Tierisches Geknutsche am Tag des Kusses

Tierisches Geknutsche am Tag des Kusses

Von Susanne Schnabel

Am Donnerstag feierte die Welt den Kuss, eine Geste für Liebe und Zuneigung. Und die Tierwelt? Es gibt viele Arten, die ihre Rüssel, Schnäbel oder Mäuler aneinanderreiben.

Zwei Kamele küssen sich

Küssen ist eben eine sehr emotionale Angelegenheit, auch in der Tierwelt. So viel Nähe erfordert Vertrauen. Genau wie Menschen drücken auch Tiere mit Küssen und Kuscheln ihre gegenseitige Zuneigung aus. Allerdings muss nicht alles, was wie Küssen aussieht, auch küssen sein.

Küssen ist eben eine sehr emotionale Angelegenheit, auch in der Tierwelt. So viel Nähe erfordert Vertrauen. Genau wie Menschen drücken auch Tiere mit Küssen und Kuscheln ihre gegenseitige Zuneigung aus. Allerdings muss nicht alles, was wie Küssen aussieht, auch küssen sein.

Diese beiden Ameisen küssen sich nicht, sie "betrillern" sich: Mit ihren Fühlern betasten sie sich zwecks Kommunikation gegenseitig. Ob ihnen das Spaß macht, konnte bis jetzt noch niemand herausfinden.

Wenn zwei Frösche sich küssen, verwandeln sich dann beide in Prinzen? Diese beiden Rotaugenlaubfrösche sind eher im Streit, als in Love. Forscher der Boston University haben herausgefunden, dass die kleinen Amphibien die Pflanze zum Schwingen bringen, um den Rivalen abzuschrecken.

Viele Nager begrüßen sich untereinander, indem sie sich im Gesicht beschnuppern. Dabei stupsen sie sich freundschaftlich an.

Elefanten spielen mit ihren Rüsseln, verwickeln sie ineinander und schaukeln mit ihnen. Damit zeigen sie, dass sie sich mögen. Sie stecken sich dabei auch gegenseitig Leckerbissen in das Maul.

Diese beiden Papageien "schnäbeln". Diplom-Biologin Petra Schwinn vom Krefelder Zoo erklärt: "Der Futteraustausch spielt in der Balz eine große Rolle: Der Vogel verschenkt das wertvolle Futter an seinen Partner". Schnäbeln schafft Vertrauen und baut eine enge Bindung auf. Das funktioniert auch ohne Futter.

Es gibt auch Unterwasser-Küsser: Der "Kissing Gurami" macht seinem Namen alle Ehre. Der etwa 30 Zentimeter große tropische Fisch ist im Süßwasser Südostasiens zu Hause. Kissing Guramis haben dicke, wulstige Lippen und wissen die auch einzusetzen. Männchen und Weibchen küssen sich zur Balz, Männchen und Männchen kämpfen Lippe an Lippe.

Robben sind gesellige Tiere und befühlen sich gerne mal Schnauze an Schnauze. "Wir beobachten dieses Verhalten auch bei unseren Seehunden im Krefelder Zoo", sagt Zoosprecherin Petra Schwinn. "Die Tiere haben sehr sensible Tasthaare, die sogenannten Vibrissen."

Auch das hier ist eher ein Beschnuppern als ein Küsschen. Die Kap-Borstenhörnchen genießen ebenfalls die nahe Gesellschaft ihrer Artgenossen.

Die Gesichstausdrücke von diesen Meeresechsen sind für uns Menschen schwer zu deuten. Ein Kuss? Ein Streit? Eine zufällige Begegnung?

Da sind uns die Affen schon näher. Dies ist eindeutig ein Kuss. "Vor allem die Affenkinder werden viel und herzlich geküsst", sagt Petra Schwinn. "Eltern küssen ihre Kinder, der große Bruder küsst die kleine Schwester - die Affen küssen sich viel und gerne."

Bonobos sind die leidenschaftlichsten Knutscher im Tierreich: Diese Zwergschimpansen aus Zentralafrika, die von ihrer Genausstattung immerhin zu 98,7 Prozent mit dem Menschen übereinstimmen, küssen sich zur Begrüßung, beim Schmusen oder zur Beruhigung. Zungenküsse gibts auch - aber nur wenn die Affen sexuell erregt sind.

Katzen finden es übrigens äußerst eklig, wenn Menschen sie mit ihrer feuchten Schnute küssen möchten. Ist sowieso keine gute Idee, weil Tiere über die Schleimhäute Krankheitserreger übertragen können. Bei einem Menschen dürfen Sie hingegen gerne zulangen. Küssen ist gesund: durch den wechselseitigen Austausch von Bakterien werden körpereigene Abwehrkräfte mobilisiert, küssen senkt Stresshormone, zu hohe Cholesterinspiegel und den Bluthochdruck.

Stand: 06.07.2017, 06:00 Uhr