Schlechter Sommer für Störche

Schlechter Sommer für Störche

Von Andreas Sträter

Die ersten Störche haben Deutschland bereits wieder verlassen - nach einem schlechten Sommer. Vor allem Jungtiere mussten unter dem Regen und der Kälte leiden.

Jungstörche im Nest

Jungstörche: Kein wasserabweisendes Federkleid
Für die Störche in Nordrhein-Westfalen war der Sommer in diesem Jahr zu nass und zu kalt. Das betrifft vor allem Jungtiere. Das Federkleid kleiner Störche sei - anders als das Gefieder erwachsener Vögel - nicht wasserabweisend, erläutert Storchenexperte Christoph Kaartz. Im Regen unterkühlten sie daher leicht. "In NRW waren manche Storchennester so groß, dass sie mit Wasser vollgelaufen sind", sagte Heinz Kowalski, Vogelexperte des Naturschutzbundes NABU in NRW, dem WDR.

Jungstörche: Kein wasserabweisendes Federkleid
Für die Störche in Nordrhein-Westfalen war der Sommer in diesem Jahr zu nass und zu kalt. Das betrifft vor allem Jungtiere. Das Federkleid kleiner Störche sei - anders als das Gefieder erwachsener Vögel - nicht wasserabweisend, erläutert Storchenexperte Christoph Kaartz. Im Regen unterkühlten sie daher leicht. "In NRW waren manche Storchennester so groß, dass sie mit Wasser vollgelaufen sind", sagte Heinz Kowalski, Vogelexperte des Naturschutzbundes NABU in NRW, dem WDR.

Wenn Störche zu nass werden
Wie dramatisch die Lage ist, zeigt ein Beispiel aus dem Kreis Nordfriesland an der Nordsee. Dort seien in diesem Sommer von 100 geschlüpften Jungen nur 30 Störche ausgeflogen, erläutert Uwe Peterson, Vorsitzender der NABU-Arbeitsgemeinschaft Storchenschutz. "70 Prozent sind umgekommen." Besser sieht es in Bayern aus, weil dort das Wetter in diesem Sommer besser war. Die jungen Störche sind satt geworden und nicht so nass. Aktuelle Zahlen für NRW liegen noch nicht vor.

Ein Kilo Fressen für jedes Storchenkind
Störche leiden unter viel und lang andauerndem Regen. Die Eltern müssen tagsüber etwas ein Kilo zu Fressen für jedes Kind fangen, was richtig viel Arbeit verursacht. Wenn es regnet, fliegen die Altstörche erst gar nicht los, weil sie wissen, dass sie kein Futter finden, sagt Peterson. In Märchen fressen Störche meistens Frösche, aber sie fangen auch Mäuse, Ratten, Eidechsen, Regenwürmer oder Maulwürfe. "Hauptsache Fleisch", so Peterson.

Wann es für Storchenküken gefährlich wird
Wenn die Jungstörche zwei Tage kein Fressen von den Eltern bekommen, könnte es für die Küken gefährlich werden. Hinzu kommt: Irgendwann passen die Storchenjungen nicht mehr unter die Flügel ihrer Eltern, um sich dort vor Nässe zu schützen. Die Folge: Sie kriegen den Regen ab und können so krank werden, dass sie sterben.

Etwa 80 Brutpaare in NRW
Störche sind in Nordrhein-Westfalen vor allem im Kreis Minden-Lübbecke, im Kreis Soest sowie in den Kreisen Wesel und Kleve am Niederrhein zu Hause. Bis zu 80 Brutpaare gebe es in NRW, erläutert Vogelexperte Heinz Kowalski. In ganz Deutschland gibt es nur ungefähr 9.000 Störche.

Bereits auf dem Weg in den Süden
Die ersten Störche haben Deutschland nun schon wieder in Richtung Süden verlassen. Mitte August: Das klingt früh, ist es aber nicht. "Das ist bei den Störchen genetisch hinterlegt", erläutert der norddeutsche Storchenschützer Uwe Peterson. Störche fliegen im Familienverbund, aber nicht als ganz große Trupps wie etwa die Kraniche. Für ihre lange Reise brauchen die Vögel mehrere Monate.

Von Ost- und Westziehern
Storchexperten unterscheiden zwischen West- und Ostziehern. Westzieher sind Störche, die in Westdeutschland beheimatet sind und über die Westroute nach Spanien, Frankreich oder Nordafrika fliegen. Mit etwa 11.000 Kilometern ist die Ostroute vier mal so weit entfernt. Sie führt die Störche über Osteuropa, die Türkei und Israel nach Ost- oder Südafrika. "Hierfür muss viel mehr Kraft aufgebracht werden", sagt Christoph Kaartz vom Storchenhof Loburg in Sachsen-Anhalt.

Unsichtbare Grenze bestimmt Route nach Afrika
Welche Route die Störche nehmen, das hängt von ihrem Geburtsort ab. Dabei verläuft zwischen West- und Ostdeutschland eine nicht sichtbare Grenze, die Störche in West- und Ostzieher teilt. Auf dem langen Weg in den Süden nutzen die Störche vor allem so genannte Aufwinde. Sie schrauben sich zunächst in die Höhe und segeln dann mehrere 100 Kilometer abwärts. Das spart Kraft. Dieser Segelflug funktioniert aufgrund der Thermik nur über dem Land, weshalb der Flug der Störche nicht übers Meer führt.

Stand: 17.08.2017, 16:14 Uhr