So steht es um unsere Ozonschicht

Das Ozonloch über der Antarktis am 09.06.2013 auf einer Computergrafik.

So steht es um unsere Ozonschicht

Von Benjamin Esche

  • Am Samstag (16.09.2017) ist Internationaler Tag zum Schutz der Ozonschicht
  • Ozonschicht erholt sich nur langsam
  • Ozonloch wohl erst zum Ende des Jahrhunderts geschlossen

Es war in der 1980er Jahren, als Wissenschaftler ein Ausdünnen der schützenden Ozonschicht feststellten. Als Verursacher wurde FCKW ausgemacht, das als Treibgas in Spraydosen und Kühlschränken eingesetzt wurde.

Die Folgen: Eine erhöhte UV-B-Strahlung, die Hautkrebs und klimatische Veränderungen hervorrufen kann. Im Montrealer Protokoll von 1987 beschlossen Industrie- und Entwicklungsländer FCKW nicht mehr zu produzieren und einzusetzen.

FCKW-Bekämpfung wichtiger Schritt für Ozonschicht

"Die Produktion von chlorhaltigen Substanzen wie FCKW zu begrenzen, war ein wichtiger Schritt", sagt Rolf Müller vom Institut für Energie- und Klimaforschung des Forschungszentrums Jülich. Ohne das Montrealer Protokoll und den Stopp der FCKW-Produktion wäre das Ozonloch mittlerweile gut vierzig Prozent größer, so der Wissenschaftler.

Von einem Ozonloch spricht man, wenn die Ozonschicht um die Hälfte reduziert ist und unter dem Grenzwert von 220 Dobson-Unit (DU) liegt. DU gibt die Gesamtmenge des Ozons über dem Boden an. Mittlerweile erholt sich die Ozonschicht wieder. "Wir sind am Beginn eines guten Weges", sagt Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Potsdam. "Das Antarktische Ozonloch wird nicht mehr größer."

Dichlormethan schadet der Ozonschicht

Eis- und Schneelandschaft

Über der Antarktis ist das Ozonloch am größten

Auch andere Anzeichen stimmen die Forscher optimistisch. "Der Höchststand der Chlorkonzentration in der Stratosphäre war im Jahr 2000", sagt Rolf Müller. Seitdem ist sie rückläufig. Bei FCKW dauert der Abbauprozess allerdings mehrere Jahrzehnte. Jüngst wurde allerdings mit Dichlormethan ein anderer Stoff entdeckt, der die Ozonschicht schädigt.

Dichlormethan kommt in geringer Konzentration in der Atmosphäre vor, sagt Müller. "Er ist von Menschen gemacht, wahrscheinlich in der Produktion von chlorhaltigen Substanzen, die Ersatzstoffe für FCKW sein können." Eine große Gefährdung der Ozonschicht sieht der Wissenschaftler allerdings nicht. "Das wäre nur der Fall, wenn der Stoff über die nächsten fünfzig Jahre weiterhin stark ansteigen würde", so Müller. Die Lebenszeit von Dichlormethan in der Atmosphäre sei nur ein halbes Jahr.

Ozonloch-Problem noch bis Ende des Jahrhunderts

Auch Klimaforscher Markus Rex sieht Dichlormethan deutlich harmloser als FCKW. "Es müssen weitere Quellen des Stoffs identifiziert werden", sagt Rex. "Er wird zum Beispiel auch von Algen in Ozeanen produziert." Auslöser könnte die Veränderung der Ökosysteme durch den Klimawandel und Düngereinsatz in der Landwirtschaft sein.

"Bis zum Ende dieses Jahrhunderts wird uns das Ozonloch wohl noch begleiten", meint Rex. Genaue Prognosen seien auch deshalb schwierig, weil der Klimawandel weiter voranschreite. "Man sollte also immer noch ein Auge auf die Ozonschicht haben", sagt Rolf Müller.

Stand: 16.09.2017, 06:00