UN-Ozeankonferenz: "Jede Minute ein Müllwagen voll Plastik"

Plastikmüll im Meer

UN-Ozeankonferenz: "Jede Minute ein Müllwagen voll Plastik"

  • Fünf asiatische Länder produzieren Großteil von Plastikmüll
  • Mikroplastik aus Zahnpasten und Cremes in Europa
  • Recycling muss verbessert werden

So kann es nicht weitergehen – da sind sich die meisten Teilnehmer der Konferenz einig. "Es ist unverzeihlich, was die Menschheit den Meeren antut", sagt etwa Peter Thomson, Vertreter der Fidschi-Inseln. "Jede Minute kippen wir eine Müllwagenladung Plastik in die Meere." Einen Masterplan für das Müllproblem gibt es bisher nicht. Klar ist aber, wo man ansetzen kann.

Müllverursacher Asien

"Wir haben gerade in den großen Schwellen- und Entwicklungsländern große Einträge von Meeresmüll", sagt der Biologe Sebastian Unger, der bei der Konferenz in New York dabei ist. Laut der Umweltorganisation Ocean Conservancy sind vor allem fünf asiatische Länder für einen Großteil des Plastikmülls im Meer verantwortlich: China, Indonesien, Vietnam, Thailand und die Philippinen.

Die Müllabfuhren dort sammeln weniger als die Hälfte des Mülls ein. Auf den Philippinen liegen außerdem viele Deponien direkt an Flüssen. Sie sind schlecht gesichert, sodass immer wieder Plastik über die Flüsse ins Meer gelangt.

Plastikmüll im Meer

Zerstörte Idylle

Auch Europa und die USA sind für das Müllproblem im Meer mitverantwortlich. Trotz guter Müllabfuhr und –deponie gelangt Plastik in die Ozeane. "Hier haben das Problem vor allem mit Mikroplastikpartikeln, zum Beispiel aus Zahnpasten oder Cremes, die dann in die Meere eingewaschen werden", sagt Biologe Sebastian Unger.

Weniger Plastikmüll durch Recycling

Ein anderes großes Thema ist Recycling. Das Weltwirtschaftsforum hatte schon einen Vorschlag gemacht, unter dem Motto "Plastik neu denken". Das heißt: Weniger verschiedene Kunststoffe einsetzen, damit Plastikrecycling einfacher und günstiger wird. Auch verschiedene große Konzerne wie Coca-Cola haben Anfang des Jahres versprochen, sich für mehr Recycling einzusetzen.

Müll rausfischen ist aufwändig

150 Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmen schätzungsweise schon jetzt in den Meeren. Jedes Jahr kommen acht Millionen Tonnen dazu. Verschiedene Umweltschützer und Startups wollen deshalb auch versuchen, einen Teil davon wieder aus den Ozeanen herauszuholen. Inwieweit sich der Aufwand lohnen und wie viel er wirklich bringen würde, lässt sich bisher kaum sagen.

Bis zum Ende der Woche wollen die Vertreter aus 150 Ländern in New York beraten, wie das Müllproblem in den Meeren gestoppt werden kann.

Stand: 06.06.2017, 15:40