So könnten Asteroiden-Einschläge verhindert werden

Asteroid-Day - wie können wir Asteroiden-Einschläge verhindern?

So könnten Asteroiden-Einschläge verhindert werden

Von Benjamin Esche

  • Asteroid 2012 TC4 schrammte am Donnerstag (12.10.2017) an der Erde vorbei
  • Wissenschaftler planen Lösungen für Asteroiden-Bedrohungen
  • Asteroid kann zerstört oder umgeleitet werden

Um rund 44.000 Kilometer verfehlte Asteroid 2012 TC4 am Donnerstag (12.10.2017) die Erde. Für Wissenschaftler ist das äußerst knapp. Die NASA schätzt den Durchmesser des astronomischen Brockens auf zwölf bis 27 Meter.

Hätte der Asteroid die Erde getroffen, hätte er ähnlich starke Schäden anrichten können wie jener, der im Jahr 2013 im russischen Tscheljabinsk niederging und tausende Menschen verletzte. Experten beschäftigen sich bereits seit vielen Jahren damit, was sich bei einer drohenden Kollisionsgefahr mit einem Asteroiden tun lässt.

Asteroiden ...

... sind astronomische Kleinkörper aus Gestein und Metall, die sich in Umlaufbahnen um die Sonne bewegen. Sie gehören zu den sogenannten "Near Earth Objects", also erdnahen Objekten. Experten gehen davon aus, dass alle 40 bis 50 Jahre ein Asteroid mit einem Durchmesser von 20 Metern auf die Erde aufschlagen kann.

Asteroiden zerstören oder umlenken?

Montage: Ein Asteroid rast auf die Erde zu

Bloß eine Montage: Ein Asteroid rast auf die Erde zu

"Es gibt zwei Möglichkeiten einen Einschlag zu vermeiden", sagt Christian Gritzner vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn. "Zerstören oder Vorbeilenken." Dabei sei die Zertrümmerung des Asteroiden sehr energieaufwendig und es gebe keine Garantie, dass nicht doch ein Trümmerhaufen Richtung Erde fliege. "Die Zerstörung ist nur für kleine Objekte bis 100 Meter geeignet", so Gritzner.

Sinnvoller erscheint eine Umlenkung des Asteroiden, eine Art "Weltraumbillard", wie es Alan Harris vom Institut für Planetenforschung des DLR beschreibt. "Bei Objekten mit mehr als 100 Meter Durchmesser müssen wir etwas unternehmen", sagt Harris. Dabei bietet sich die Methode eines sogenannten Impaktors an. "Das ist eine Raumsonde mit viel Masse, die mit hoher Geschwindigkeit in den Asteroiden einschlägt", erklärt Harris. Durch den Einschlag ändert sie die Flugbahn des Asteroiden, sodass dieser an der Erde vorbeifliegt.

Viele Jahre Vorlaufzeit erforderlich

Aufnahme des Asteroiden Lutetia

Aufnahme des Asteroiden Lutetia

"Je mehr Zeit man dafür hat, desto weniger Energie benötigt man", ergänzt Christian Gritzner. Die Experten des DLR halten eine Vorlaufzeit von fünf bis zehn Jahren für erforderlich. Die Wissenschaftler müssen aber vorab viele Informationen über den Aufbau des Asteroiden sammeln, um die Wucht des Aufpralls abschätzen zu können.

Um sich rechtzeitig vor Asteroiden-Bedrohungen wappnen zu können, erfassen Astronomen erdnahe Objekte im All systematisch. Im italienischen Frascati befindet sich das Asteroiden-Abwehrzentrum der ESA. Dort werden Informationen über Asteroiden gesammelt und ausgewertet. Doch manche sehen auch die Experten nicht kommen, wie beispielsweise den zwanzig Meter großen Meteoriten, der in Tscheljabinsk einschlug.

"Besser vorbereitet als vor 20 Jahren"

Klar ist: Irgendwann werden wir mit einer Asteroiden-Bedrohung konfrontiert werden. DLR-Experte Alan Harris sieht dem trotz fehlender Testmission allerdings optimistisch entgegen: "Wir sind besser vorbereitet als vor 20 Jahren."

Stand: 12.10.2017, 11:40