Sind die Kastanien noch zu retten?

Sind die Kastanien noch zu retten?

Braune Blätter und blutende Wunden - viele Kastanien leiden unter Schädlingen, Pilzen oder einem Bakterium. Wir erklären, was helfen kann.

Rosskastanie, Blaetter, krank

Wenn Miniermotten eine Kastanie befallen, werden ihre Blätter braun. Die fünf Millimeter kleinen Schmetterlinge legen ihre Eier auf den Blättern ab. Später schlüpfen daraus Larven, die sich durch das Laub der Rosskastanie fressen. Die Folge: Die Bäume verlieren schon vor dem Herbst ihre Blätter. Besonders schädlich sind die Larven für den Baum, wenn er noch frische Triebe entwickelt. Später im Jahr sei ein Befall harmloser, so die Einschätzung von der Landwirtschaftskammer NRW.

Wenn Miniermotten eine Kastanie befallen, werden ihre Blätter braun. Die fünf Millimeter kleinen Schmetterlinge legen ihre Eier auf den Blättern ab. Später schlüpfen daraus Larven, die sich durch das Laub der Rosskastanie fressen. Die Folge: Die Bäume verlieren schon vor dem Herbst ihre Blätter. Besonders schädlich sind die Larven für den Baum, wenn er noch frische Triebe entwickelt. Später im Jahr sei ein Befall harmloser, so die Einschätzung von der Landwirtschaftskammer NRW.

Ist ein Baum befallen, sollte das herabgefallene Laub so schnell wie möglich aufgefegt und vernichtet werden, rät Baumfachmann Peter Uehre von der Landwirtschaftskammer. Das Laub sollte entweder über zentrale Kompostieranlagen entsorgt oder verbrannt werden. Nur so kann man verhindern, dass sich aus bereits gelegten Motteneiern wieder gefräßige Larven entwickeln.

Seit etwa zehn Jahren werden immer mehr Kastanien vom Bakterium "Pseudomonas syringae" befallen. Das sorgt für blutende Wunden und deutlich hellere Blätter. Hat es einen Baum einmal erwischt, kann das weitreichende Folgen haben: Äste sterben ab und irgendwann der ganze Baum. Viele Kastanien - vor allem in Städten - müssen deswegen gefällt werden.

Ein Mittel gegen "Pseudomonas syringae" gibt es nicht, erklären Pflanzenschutz-Experten der Landwirtschaftskammer NRW. Forscher in den Niederlanden fanden zwar heraus, dass hohe Temperaturen über 38 Grad dem Bakterium zu schaffen machen. Eine erfolgreiche Langzeitbehandlung von Kastanien gab es bisher allerdings nicht.

Befallenen Bäumen kann es helfen, wenn man die Wunden - etwa im Stamm - herausschneidet, so ein Tipp der Experten. Dann können sie im Idealfall wieder zuwachsen, ohne dass weitere Bakterien eingedrungen sind.

Außerdem geben Experten zu bedenken, dass gesunde Bäume weitaus besser mit dem Bakterium leben können als zusätzlich geschädigte und gestresste Bäume. So hat das trockene Frühjahr 2017 viele - vor allem ältere - Kastanien geschwächt. Diese Bäume werden leichter befallen und auch schneller geschädigt. Würde man Kastanien bei Trockenheit wässern und auch ab und zu düngen, hätten sie besser Chancen gegen das Bakterium.

Besonders gefährlich wird es für die Kastanien, wenn Bakterium und Miniermotte den Baum gemeinsam befallen. In diesem Fall sind die Bäume meistens nicht mehr zu retten. Vor allem in Städten geht die Zahl der Kastanien wegen des zunehmenden Befalls zurück. Mehr Chancen gibt es für Kastanien auf dem Land. Und: Privatleute können ihre Kastanien durch intensive Pflege eher vor einem Befall schützen als Städte und Kommunen.

Stand: 23.09.2017, 06:00 Uhr