Warum der Herbst so schön bunt ist

Warum der Herbst so schön bunt ist

Wenn die Tage kürzer werden und die Nächte kühler, färben sich die Blätter der Laubbäume herrlich bunt. Aber warum ist das so?

verschiedene bunt gefärbte Blätter

Es ist ein tolles Farbenspiel, das uns der Herbst beschert - vor allem, wenn die Sonne auf die farbenfrohen Blätter scheint. Aber was genau geschieht eigentlich mit den Bäumen im Herbst?

Es ist ein tolles Farbenspiel, das uns der Herbst beschert - vor allem, wenn die Sonne auf die farbenfrohen Blätter scheint. Aber was genau geschieht eigentlich mit den Bäumen im Herbst?

Ausgelöst wird die herbstliche Färbung durch kürzer werdende Tage und kühlere Nächte - Pflanzen haben, wie wir Menschen, eine innere Uhr. Der Herbst setzt bei den Laubbäumen eine Art genetischen Alterungsprozess in Gang.

Denn in der kälteren Jahreszeit brauchen die Laubbäume mal eine Pause. Sie bereiten sich auf die Vegetationsruhe vor. In den Blättern wird die Fotosynthese zurückgefahren, daher bilden die Bäume keinen grünen Blattfarbstoff - das sogenannte Chlorophyll - mehr.

Viele Nährstoffe werden in den Stamm der Bäume verlagert, das spart Kraft.

Das ist die Chance für die sogenannten Carotinoide: Gelb, Orange und Braun in all ihren Schattierungen. Sie sind zwar immer in den Blättern enthalten, haben aber gegen das Chlorophyll keine Chance.

Etwas anders ist es mit der teils leuchtend roten Färbung. Sie entsteht bei einigen Bäumen durch die Bildung so genannter Anthocyane. Ihre Funktion wird unter Experten noch kontrovers diskutiert. Einige sagen, dass sie die Blätter in der empfindlichen Abbauphase vor intensiver Sonnenstrahlung schützen. Andere meinen, dass sie durch die Signalfärbung vor dem Befall durch Schädlinge schützen können.

Die Bäume bereiten sich damit auf den Winter vor: Die Blätter bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Das würde im Winter unter Umständen gefrieren und die zarten Blattstrukturen zerstören. Wenn zudem das Wasser im Boden gefriert, ist die Wasserversorgung des Baumes nicht mehr gewährleistet - ein weiterer Grund für die Vegetationsruhe.

Auf Laubbläser sollte man verzichten, rät der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Sie sind nicht nur laut und verbrauchen viel Energie, sondern stoßen auch noch gesundheitsschädliche Schadstoffe aus. Zusammengerechtes Laub biete zudem Tieren im Winter eine Hilfe, um zu überleben. Schmetterlingslarven, Igel, Regenwürmer, Spinnen und Molche finden dort Unterschlupf.

Allerdings fällt ganz schön viel Laub an: Allein in den zehn größten Städten landen rund 115.000 Tonnen Laub auf Straßen, Gehwegen und Plätzen, das entspricht mehr als 950.000 dicht befüllten Badewannen, teilt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) mit.

Und: So ein Herbstspaziergang, bei dem die Füße durch die Blätter rascheln, ist ja auch einfach schön.

Stand: 23.10.2017, 06:00 Uhr