Gottesanbeterinnen bedrohen Vögel

Hellgrüne Gottesanbeterin blickt in Richtung der Kamera

Gottesanbeterinnen bedrohen Vögel

Dass Vögel zur bevorzugten Beute kleinerer Räuber wie Katzen gehören, daran haben wir uns gewöhnt. Forscher haben nun herausgefunden, dass auch die Gottesanbeterin Vögel jagt und verspeist.

Der Ruf der Gottesanbeterin ist – nun ja – eher furchteinflößend. Sie lauert auf ihre Beute, meist Insekten, und packt sie dann blitzschnell mit zwei dornenbewehrten Fangarmen. Sie schreckt aber auch vor Kannibalismus nicht zurück. Bei einigen Arten beißt das Weibchen dem Männchen nach dem Sex den Kopf ab und verspeist den Partner. All das ist bekannt.

Zoologen berichten nun in der Fachzeitschrift "The Wilson Journal of Ornithology", dass sogar Vögel auf dem Speiseplan der Gottesanbeterinnen stehen. Dazu haben die Forscher insgesamt knapp 150 Berichte aus 13 Ländern zusammengetragen und ausgewertet.

Gottesanbeterin mit einem Vogel als Beute

Perfekter Räuber

Die Erfolgsquote solcher Angriffe liegt bei 78 Prozent, die Vögel wurden getötet und verspeist. Nur zwei Prozent der angegriffenen Vögel konnten sich aus eigener Kraft befreien, der Rest brauchte menschliche Hilfe. Das ist deshalb so erstaunlich, weil die gefiederte Beute im Vergleich zur Gottesanbeterin ein Mehrfaches an Gewicht auf die Waage bringt.

Welche Vogelarten passen ins Beuteschema?

Nach der Auswertung der Forscher aus Basel waren in den erfassten Fällen insgesamt 24 Vogelarten betroffen. In Europa, Afrika und Asien gehören danach vor allem kleine Spatzen zur Beute. In Nord- und Südamerika stehen eher Kolibris auf dem Speiseplan der Fangschrecken.

Der Mensch ist offensichtlich nicht ganz unbeteiligt

Gottesanbeterin sitzt auf einer Hand

Nicht sonderlich groß, die Gottesanbeterin

70 Prozent der bekannten Fälle, in denen Gottesanbeterinnen auf Vogeljagd gehen, stammen aus den Vereinigten Staaten. Als Grund wird vermutet, dass dort vor einigen Jahrzehnten Gottesanbeterinnen zur Insektenbekämpfung eingesetzt wurden. Dabei sollen auch nicht-heimische Arten wie "Mantis religiosa" freigelassen worden sein.

Stand: 05.07.2017, 10:49