Gentechnisch veränderte Petunien aus dem Münsterland?

Mehrere lachsfarbene Petunien

Gentechnisch veränderte Petunien aus dem Münsterland?

  • Pflanzen in Finnland aufgetaucht
  • Umweltministerium nimmt Proben
  • Stammen Petunien aus altem Versuch?

In Finnland wurden lachsfarbene Petunien in öffentlichen Gärten entdeckt, die es so in der Natur gar nicht gibt. Schnell war klar: Die Blumen sind gentechnisch verändert und nicht in der EU zugelassen. Die EU-Kommission wurde eingeschaltet und die konnte zurückverfolgen, dass die Petunien unter anderem aus NRW kommen. Das bestätigte ein Sprecher des NRW-Umweltministeriums am Mittwoch (03.05.2017).

Probleme in der Lieferkette?

Jetzt wird geprüft, ob die Veränderung der Pflanzen auf Firmen aus NRW zurückzuführen ist oder ob Probleme in der Lieferkette bestehen. Um das zu klären, wurden unter anderem bei Blumenhändlern aus dem Münsterland Proben genommen, die nun analysiert werden. Das Untersuchungsergebnis soll nächste Woche vorliegen und bis dahin bleiben die lachsfarbenen Petunien bei allen Händlern unter Verschluss.

Stammen die Blumen aus Feldversuch?

Gentechnisch veränderte Petunien in Köln

Am Max-Planck-Institut in Köln wurde mit Petunien gezüchtet

Laut Umweltministerium stellt sich die Frage, ob die gentechnisch veränderten Pflanzen aus Finnland in Zusammenhang mit Freilandversuchen stehen, die das Kölner Max-Planck-Institut 1990 durchgeführt hat. Damals wurde versucht, Petunien gentechnisch so zu verändern, dass sie lachsfarben blühen. Dies misslang. Nun soll geklärt werden, ob die Petunien damals vielleicht nicht komplett vernichtet wurden. Deutschlandweit machen Unternehmen mit Petunien jedes Jahr einen Gesamtumsatz von 100 Millionen Euro.

Stand: 04.05.2017, 20:00