Tödlicher Hautpilz bedroht Feuersalamander

Ein Feuersalamander auf Moos

Tödlicher Hautpilz bedroht Feuersalamander

  • Tödliche Gefahr für Feuersamalander.
  • Hautpilz bedroht Population in der Eifel.
  • Aggressiver Keim frisst Löcher in die Haut.

In den Niederlanden hat der aus Ostasien stammende Pilz den Feuersalamander in den vergangenen Jahren fast ausgerottet, in Belgien ist die Population völlig eingebrochen, berichtet der Naturschutzbund (Nabu). 2015 war der hochansteckende Pilz zum ersten Mal in Deutschland an einem frei lebenden Tier in der nordrhein-westfälischen Eifel nachgewiesen worden, direkt an der belgischen Grenze. Danach waren die Bestände dort stellenweise dramatisch zurückgegangen. Auch infizierte Berg- und Teichmolche seien dort gefunden worden. Der aggressive Keim fresse buchstäblich Löcher in die empfindliche Amphibienhaut, so der Nabu.

"Eine Ausbreitung ist erkennbar. Es sind weitere Populationen zusammengebrochen", sagte der Biologe Lutz Dalbeck, der die Entwicklung im nordrhein-westfälischen Grenzgebiet seit Jahren beobachtet, laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa vom Samstag (17.06.2017).

Rätsel um "Salamanderfresser"

Einige Ergebnisse des Monitorings 2017 geben den Experten allerdings Rätsel auf: An Stellen, wo der Krankheitserreger nachgewiesen wurde, gebe es noch oder wieder Feuersalamander. "Zurzeit ist es völlig unklar, wie es dazu kommt", sagte Dalbeck. Möglicherweise hätten Tiere kilometerweit vom Infektionsherd entfernt gelebt und seien von dort zum Bach gelaufen, um Larven abzusetzen. Im rheinland-pfälzischen Teil der Eifel gebe es keine Auffälligkeiten, die auf den Pilz schließen ließen.

Ob der als "Salamanderfresser" bekannte, hochansteckende Pilz in Deutschland über Nordrhein-Westfalen hinaus aktiv ist, wissen die Forscher nicht. Die Erfassung der nachtaktiven Tiere in der Abgeschiedenheit ist sehr schwierig. Innerhalb der EU kommt der Feuersalamander am häufigsten in Deutschland vor.

Stand: 17.06.2017, 10:05