Fukushima: Fische heute kaum noch belastet

Meeresfisch auf dem Teller

Fukushima: Fische heute kaum noch belastet

Von Alexandra Hostert

Fünf Jahre nach dem Atomunfall im japanischen Fukushima zeigen Messungen: Meeresfische sind in den japanischen Küstengewässern kaum noch radioaktiv belastet. Bei Süßwasserfischen gibt es dagegen größere Probleme.

Das Reaktorunglück am 11.März 2011 in Fukushima belastete auch den Pazifik - große Mengen radioaktives Material wurden aufs Meer hinausgetragen und gelangten so auch in die Meerestiere. Fisch aus den Meeren rund um Japan zu essen - davor haben seit dem Unglück viele Menschen Angst.

Radioaktive Belastung im Meer sinkt

Eine Studie verschiedener japanischer Fischerei-Institute hat im März 2016 die Belastung von Fischen in der Region Fukushima untersucht und die Ergebnisse in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht. Grundlage der Untersuchung waren Messungen aus dem Zeitraum April 2011 bis April 2015, die die Wissenschaftler statistisch ausgewertet haben. So berechneten sie, wie groß das Risiko radioaktiver Belastung bei verschiedenen Gruppen von Fischen ist.

Das Ergebnis dieser Studie: Meeresfische sind kaum noch belastet. Seit dem Unglück sank die radioaktive Belastung im Pazifik rund um Fukushima stetig. Die Radioaktivität verteilte sich in den Wassermassen des Pazifiks und sank so auf geringe Werte ab. Besonders Fische, die im freien Wasser schwimmen, sind deshalb kaum noch Radioaktivität ausgesetzt.

Mehr Strahlung am Meeresgrund

Bei Meeresfischen, die nah am Boden leben, gibt es dagegen ein etwas höheres Strahlenrisiko. Der Grund: Am Meeresboden verteilt sich die Radioaktivität langsamer als im freien Wasser. Manche Fischarten wühlen im Boden und nehmen so radioaktive Partikel auf.

Deshalb ist der Fang und Verkauf bestimmter Fischarten auch außerhalb der Sperrzone direkt um den Reaktor weiterhin eingeschränkt“, sagt Dr. Marc-Oliver Aust vom Thünen-Institut für Fischereiökologie in Hamburg. Grundsätzlich sieht Aust in der neuen Studie einen Trend bestätigt, den er seit einigen Jahren beobachtet: Die radioaktive Belastung der Meeresfische aus der Region Fukushima sinke ständig. Im Durchschnitt sei die Belastung der Fische außerhalb der Sperrzone inzwischen mit Werten vergleichbar, die man aus der Ostsee kenne.

Süßwasserfische stärker belastet

Viel höher ist das Risiko einer Strahlenbelastung aber bei Süßwasserfischen und Krebstieren aus dem Süßwasser, das zeigt auch die aktuelle japanische Studie. Durch Wind und Regen werden immer wieder radioaktive Partikel aus Wäldern und Wiesen in Flüsse und Seen gespült und gelangen so in der die Fische - wie zum Beispiel den Japanischen Saibling.

Ökologische Folgen noch unklar

Insgesamt ließen sich die ökologischen Folgen der Reaktorkatastrophe für Land- und Meerestiere bisher kaum abschätzen, warnt der Umweltaktivist Heinz Smital von Greenpeace. Zwar gebe es auch bei Tieren wenig direkte Strahlenschäden. Aber ihm macht Sorgen, dass Gesamtzahl der Tiere in der radioaktiv belasteten Zone zurückgegangen ist. Das deute auf negative Folgen für das Ökosystem hin.

Stand: 11.03.2016, 00:00