Wie Eichhörnchen ihre Vorräte wiederfinden

Wie Eichhörnchen ihre Vorräte wiederfinden

Eichhörnchen gehören zu den bekanntesten Nagetieren und sind jetzt besonders aktiv. Dass die Tiere Einzelgänger und superordentlich sind, ist weniger bekannt. Sieben Fakten.

Aufnahme von Eichhörnchen, dass in Baumloch kriecht

Eichhörchen bereiten sich mit System auf den Winter vor
Eichhörnchen haben im Herbst viel zu tun. Denn dann sammeln sie die Nussvorräte für den Winter und verstecken sie, wo es nur geht. Bis zu 10.000 Nüsse versteckt ein Eichhörnchen im Jahr. Doch wie finden sie diese wieder? Dahinter steckt ein System. US-Forscher haben herausgefunden, dass Eichhörnchen die Nüsse nach ihrer Art sortieren, um sie so später besser wiederzufinden. Die Tiere müssen dabei sehr ordentlich sein, denn sie riechen ihr Futter erst, wenn sie in der Nähe ihres Lagers sind.

Eichhörchen bereiten sich mit System auf den Winter vor
Eichhörnchen haben im Herbst viel zu tun. Denn dann sammeln sie die Nussvorräte für den Winter und verstecken sie, wo es nur geht. Bis zu 10.000 Nüsse versteckt ein Eichhörnchen im Jahr. Doch wie finden sie diese wieder? Dahinter steckt ein System. US-Forscher haben herausgefunden, dass Eichhörnchen die Nüsse nach ihrer Art sortieren, um sie so später besser wiederzufinden. Die Tiere müssen dabei sehr ordentlich sein, denn sie riechen ihr Futter erst, wenn sie in der Nähe ihres Lagers sind.

Geruch bis 30 Zentimeter tief unterm Schnee
Eichhörnchen können Nüsse riechen, die bis zu 30 Zentimeter tief unterm Schnee im Boden vergraben sind. Auch das andere Geschlecht können männliche Eichhörnchen gut riechen: In der Paarungszeit (Dezember bis in die Sommermonate) erschnuppern die Eichhörnchen-Männer Weibchen laut Nabu aus bis zu 1,5 Kilometern Entfernung.

Nur eine Eichhörnchen-Art in Deutschland
In Deutschland gebe es nur eine heimische Eichhörnchenart, das Europäische Eichhörnchen (Sciurus vulgaris, rechts im Bild), erläutert Zoologe Julian Heiermann vom Nabu. Diese Art habe entweder rötliches, braunes oder schwarzes Fell. In den USA lebt das Grauhörnchen (Sciurus Carolinensis, links), das sich teilweise schon in Europa ausgebreitet hat. Insgesamt gibt es 230 Hörnchenarten, die sich in Baumhörnchen, in Erdhöhlen wohnende Hörnchen und in Flughörnchen aufteilen. Murmeltiere, Chipmunks, Prärierhörnchen, Gleithörnchen und Ziesel gehören zu der Hörnchenart, die in Erdhöhlen wohnen.

Warum Eichhornbabys aus ihrem Nest fallen
Alle sechs Wochen bis zwei Monate fallen Eichhörnchenbabys aus ihrem Nest, erläutert Johanna Kollet von der Eichhörnchen-Auffangstation Münster. Grund dafür könnten entweder ein Sturm oder die Suche nach der Mutter sein. Nicht selten würden Eichhörnchen überfahren. Wer ein Eichhörnchenbaby findet, sollte eine Auffangstation anrufen, die Wärmflasche zubereiten und das Eichhörnchen zunächst darauf legen. Falls die Eichhörnchen-Mutter dann nicht mehr zu ihrem Jungen kommt, sollte das kleine Eichhörnchen in eine Auffangstation gebracht werden, rät Kollet.

Buschiger Schwanz als Sprunghilfe
Der Schwanz des Eichhörnchens ist nicht nur fast so groß wie der Rumpf des Eichhörnchens, er wird auch als Balancehilfe eingesetzt: "Der Schwanz dient zur Steuerung beim Sprung, zur innerartlichen Kommunikation und als wärmende Decke zum Schlafen – vor allem im Winter", erläutert Zoologe Julian Heiermann. "Der Schwanz übernimmt daher wichtige Funktionen im alltäglichen Leben eines Eichhörnchens."

Einzelgänger mit großem Revier
Eichhörnchen sind Einzelgänger und markieren ihr Revier mit Urin. Je weniger Nahrung vorhanden, desto größer sei das Revier des Eichhörnchens. Diese könnten mehrere Hektar groß sein, heißt es bei der Eichhörnchen-Schutz-Station in Eckernförde.

Keine Vegetarier
Dieses Bild lässt anderes vermuten, aber Eichhörnchen sind keine Vegetarier. Die Nagetiere ernähren sich zwar von Früchten, Samen und Nüssen, können im Frühjahr aber auch mal ein Vogelnest plündern, erläutert Zoologe Julian Heiermann vom Nabu.

Stand: 14.10.2017, 06:00 Uhr