Warten auf einen möglichen Vulkanausbruch

Warten auf einen möglichen Vulkanausbruch

Auf Bali droht Mount Agung auszubrechen - zum ersten Mal seit über 50 Jahren. Über 100.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Aber auch weiter entfernt wächst die Unruhe.

Familie Suwendra aus Bali sitzt vor ihrem Haus

Wayan Suwendra lebt mit seiner Frau Nyoman, seinen Kindern, Vater und Hund auf Bali - am Rande der Stadt Tabanan. Sein Haus ist 90 Kilometer vom Vulkan Agung entfernt. Und der droht auszubrechen. Die Familie bereitet sich vor.

Wayan Suwendra lebt mit seiner Frau Nyoman, seinen Kindern, Vater und Hund auf Bali - am Rande der Stadt Tabanan. Sein Haus ist 90 Kilometer vom Vulkan Agung entfernt. Und der droht auszubrechen. Die Familie bereitet sich vor.

Der mehr als 3.000 Meter hohe Vulkan liegt im Osten der Insel. Bereits vor Tagen haben die indonesischen Behörden die höchste Warnstufe ausgerufen. Agung kann jederzeit ausbrechen.

Wayans Vater erzählt noch oft vom Vulkanausbruch 1963 auf Bali. Damals starben über 1.100 Menschen. Neben Lavaströmen und Aschewolken kam es zu den gefürchteten Pyroklastischen Strömen. Das sind Glutlawinen aus heißer Asche und Gasen, die mit hoher Geschwindigkeit den Hang des Vulkans herunterfließen. Sie zerstören alles, was ihnen im Weg ist.

Beten, dass Agung nicht wieder ausbricht
Spiritualität gehört auf Bali zum Alltag – auch im Ausnahmezustand. Wayan ist wie fast alle Balinesen Hinduist. Bei seinem letzten Besuch im Dorftempel fotografierte er diese betenden Männer. Noch vergangene Woche beteten alle Balinesen in einer speziellen Zeremonie, dass der Vulkan ruhig bleibt. Doch die Lage hat sich seitdem weiter dramatisch zugespitzt.

Die Evakuierung der Kernzone
Inzwischen evakuierten die indonesischen Behörden über 100.000 Balinesen aus der Region zwölf Kilometer um den Kraterrand. Sie kommen bei Familie, Freunden oder in eingerichteten Sammellagern unter. Auch Freunde und Verwandte von Wayan sind darunter. Sie berichten, dass die Lage ruhig ist. Mancherorts scheint die staatliche Versorgung noch etwas holprig zu laufen. Doch die Balinesen helfen sich gegenseitig. Der Zusammenhalt ist groß.

Es ist schwer, alles hinter sich zu lassen
Obwohl Wayan alles für Flüchtende vorbereitet hat, sind seine Betten bislang leer geblieben. Die meisten Balinesen versuchen, so nah wie möglich an der evakuierten Kernzone unterzukommen. Denn ihre Kühe, Schweine und Hühner müssen versorgt werden. Die konnten sie meist nicht mitnehmen.

Vorbereitungen für den Ernstfall
Auch wenn Wayans Haus weiter genug vom Vulkan entfernt ist, um nicht unmittelbar vom Ausbruch betroffen zu sein, bereitet er sich auf den Ernstfall vor. Wie seine Nachbarn auch legt er Futtermittel für die Tiere an. Denn die Asche würde das Gras nach dem Ausbruch verdrecken. Auch genügend Holz zum Kochen und eine funktionierende Taschenlampe werden wichtig, wenn der Strom ausfällt.

Stand: 29.09.2017, 16:36 Uhr