Die ganze Welt in einer Stahltonne

Die ganze Welt in einer Stahltonne

Von Katja Goebel

Der Gasometer in Oberhausen hat ein neues Innenleben: Passend zur Ausstellung "Wunder der Natur" schwebt eine riesige Weltkugel im Innenraum der gigantischen Halle. Eine Fahrt mit dem gläsernen Fahrstuhl und man sieht die Erde plötzlich wie ein Astronaut.

Weltkugel im Gasometer

Im riesigen Innenraum des Gasometers lassen die Macher der Ausstellung "Wunder der Erde" eine 20 Meter große Erdkugel schweben. Auf den flachen Stufen des runden Saals können Besucher auf weichen Kissen liegen und sich die Welt anschauen - und zwar in immer wechselnden Perspektiven.

Im riesigen Innenraum des Gasometers lassen die Macher der Ausstellung "Wunder der Erde" eine 20 Meter große Erdkugel schweben. Auf den flachen Stufen des runden Saals können Besucher auf weichen Kissen liegen und sich die Welt anschauen - und zwar in immer wechselnden Perspektiven.

Besucher können die Erdkugel nicht nur umrunden, sie erleben sie auch im Wechsel von Tag und Nacht oder im Wandel der Jahreszeiten. Möglich machen dies echte, hochauflösende Satellitenbilder, die von zwölf Projektoren detailgetreu auf die Erdkugel projiziert werden. Aus eineinhalb Millionen Bildern hat das beteiligte Team des Earth Observation Centers des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Animation am Rechner erschaffen, um die schwebende Erdkugel in Oberhausen zum Leben zu erwecken.

Blick aus dem All: Mit einem gläsernen Aufzug geht es in dem 117,5 Meter hohen Gasometer aufwärts. Auf der obersten Plattform angekommen, blicken Besucher aus der Sicht eines Apollo-Astronauten auf die Erde hinab. "Das ist ungefähr die Perspektive aus 36.000 Kilometern Entfernung", erklärt Nils Sparwasser vom Earth Observation Centers des DLR.

Genau genommen gehen die Bilder aber über die Sicht eines Astronauten hinaus. Auch Ströme von Wasserdampf und Luft machen die Experten per Animation sichtbar. "Wir Menschen verändern global die Erde, doch um das zu sehen, müssen wir einen Schritt zurück gehen", so Nils Sparwasser. "Die Erde ist eine Ikone. Der Blick aus dem All zeigt, wie einzigartig der blaue Planet ist."

Wie einzigartig und intelligent die Natur ist, zeigt auch der übrige Teil der großen Ausstellung. Preisgekrönte Naturfotografien in Übergröße sind auf den zwei Ausstellungsplattformen des Gasometers zu sehen. "Hinter diesen sinnlichen Momentaufnahmen stecken teils irrsinnige Geschichten", schwärmt Ausstellungskurator Peter Pachnicke. Das Foto zeigt einen Viper-Fisch in XXL, dem der Besucher mit Leichtigkeit ins riesige Maul schauen kann.

Grandiose Unterwasseraufnahmen zeigen nicht nur die Schönheit der Natur, sondern auch die Strategien der Tiere. Diese Gruppe von Goldband-Süßlippen wartet im Schutz einer Koralle auf die Dämmerung, die der nachtaktive Fisch zur Jagd nutzt.

Fressen und gefressen werden: Die Bilder zeigen einmalige Jagdszenen auf dem Land ...

... oder im Wasser.

Die Fotografen halten ungewöhnliche Begegnungen in spektakulären Bildern fest ...

... oder zeigen den Reichtum an sozialen Beziehungen.

"Wenn wir wirklich einmal begreifen, wie groß der Reichtum biologischer Systeme ist, werden wir merken, dass all unsere Technologien noch ganz naive Versuche sind, auf die Höhe der Natur zu kommen", so Kurator Peter Pachnicke. "Diese Ausstellung ist eine Feier der Natur und wir müssen wieder lernen, uns an ihr zu erfreuen."

Ebenso spektakulär wie die Schau im Innern ist der Ausstellungsort selbst. Der Oberhausener Gasometer ist die höchste Ausstellunghalle Europas. Vom Dach dieser Industrie-Kathedrale bietet sich ein Blick über das ganze Ruhrgebiet. Wer dann die Stufen vom 117,5 Meter hohen Turm hinabsteigt, braucht schon eine gute viertel Stunde. Die Ausstellung "Wunder der Natur" ist dort noch bis zum 30. Dezember 2016 zu sehen.

Stand: 11.03.2016, 06:00 Uhr