Münster eröffnet neue Ausstellung zur Artenvielfalt

Münster eröffnet neue Ausstellung zur Artenvielfalt

Von Katja Goebel

Einst streiften Wasserbüffel und Mammuts durch Westfalen. Sie sind verschwunden, doch andere Arten sind neu. Eine Schau in Münster erzählt von Artenvielfalt im Wandel.

Karawane ausgestopfter Tiere

Artenvielfalt ist nie konstant - auch nicht in NRW. Eine neue Dauerausstellung im LWL Museum für Naturkunde in Münster zeigt den Wandel eindrücklich. "Vom Kommen und Gehen" heißt die Schau und zeigt mit vielen Großexponaten, welche Tiere einst durch Westfalen streiften - zum Beispiel Mammut, Wasserbüffel oder Säbelzahnkatzen.

Artenvielfalt ist nie konstant - auch nicht in NRW. Eine neue Dauerausstellung im LWL Museum für Naturkunde in Münster zeigt den Wandel eindrücklich. "Vom Kommen und Gehen" heißt die Schau und zeigt mit vielen Großexponaten, welche Tiere einst durch Westfalen streiften - zum Beispiel Mammut, Wasserbüffel oder Säbelzahnkatzen.

"Zentrales Element der Ausstellung ist eine 15 Meter lange Karawane der Tiere, denn Arten sind aufgrund von Lebensraumveränderungen, Klimawandel oder Umweltverschmutzung ausgestorben," erklärt Museumsdirektor Jan Ole Kriegs. Andere seien vom Menschen wieder angesiedelt oder von selbst nach der lokalen Ausrottung wieder zurückgekehrt.

Bei manchen Tierarten hilft es schon enorm, wenn sie unter Schutz gestellt und nicht mehr bejagt werden. Ein prominentes Beispiel dafür ist der Wolf. Er ist in NRW zwar noch nicht heimisch geworden, streift aber immer mal wieder durch Teile des Landes.

In der Ausstellung wird auch der Mensch als ökologischer Faktor beleuchtet, und zwar nicht nur als Bewirtschafter der Landschaft, sondern auch als Verbraucher am Ende der Nahrungskette, der viel mit seinem Konsumverhalten verursacht. Nicht zuletzt durch das Wirken des Menschen sind viele heimische Pflanzen und Tiere verschwunden.

Forscher beobachten aber, dass immer mehr Neulinge in Westfalen auftauchen - zum Beispiel Insekten, die eigentlich viel weiter südlich oder auf ganz anderen Kontinente beheimatet sind. Einige dieser neuen Bewohner Nordrhein-Westfalens sind in der Schau im Großformat zu sehen. Monatelang haben die Präparatoren und Modellbauer die Tiere detailgetreu und wissenschaftlich exakt vergrößert - so wie diese asiatische Buschmücke. Das Modellieren der Form sowie das Kleben sämtlicher Haare, Borsten, Stacheln oder Schüppchen ist dabei Handarbeit.

Von den Rocky Mountains ins Münsterland: Die Entfernung hat die amerikanische Kiefernwanze nicht daran gehindert, sich im Flachland Westfalens zu verbreiten. 2004 stießen Biologen auf das deutschlandweit erste Exemplar in Warendorf - möglicherweise ein "blinder Passagier" in Containern aus Übersee. Dieser "Neubürger", der in Deutschland noch als unschädlich eingestuft wurde, ist eines vieler Beispiele für den Artenwandel. Das eigentlich nur 1,5 Zentimeter große Tier wurde in der geologischen Präparationswerkstatt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe auf 30 Zentimeter Körperlänge vergrößert.

Viel Unheil hat hingegen dieser Einwanderer schon angerichtet. Die Varroamilbe befällt als Parasit heimische Honigbienen und lässt ganze Bienenvölker sterben. Die Milbe beschäftigt Bienenforscher schon seit den 70er Jahren. Sie ist vermutlich mit importierten Bienen nach Europa gelangt. Die 1,7 Millimeter kleine Milbe ernährt sich vom Blut der Bienen.

Besucher können auch eigenständig am Zeitrad drehen, um verschiedene Phasen des Erdzeitalters erkunden - von der Eiszeit bis in die Gegenwart. Die Ausstellung in Münster wird am 30. Juni 2017 eröffnet und dann für mehrere Jahre zu sehen sein.

Stand: 30.06.2017, 06:00 Uhr