Das langsame Sterben der Gletscher

Das langsame Sterben der Gletscher

Alaska stand bislang für Wildnis in Kälte und Eis. Die Region ist jedoch besonders betroffen von der Erderwärmung. Gletscher tauen ab, Fischbestände gehen zurück und Bären werden immer aggressiver.

Alaska-Gletscher liegen im Sterben

Alaska bietet Touristen noch immer eine beeindruckende Kulisse. Steil nach oben ragen die Flanken der Berge im Northwestern Fjord im Kenai National Park.

Alaska bietet Touristen noch immer eine beeindruckende Kulisse. Steil nach oben ragen die Flanken der Berge im Northwestern Fjord im Kenai National Park.

Der Fjord grenzt an das Harding-Eisfeld, das vor 20.000 Jahren entstand und von dem insgesamt 40 Gletscher abgehen. 2800 Quadratkilometer ist es groß.

Auf dem zweiten Blick sieht man, wie sich das Tauwasser der Gletscher seinen Weg ins Meer bahnt. An einigen Stellen in kleinen Rinnsalen …

… an anderen in Form regelrechter Wasserfälle. Man hört es fauchen, krachen und bersten. Immer wieder fallen riesige Eisbrocken ins Meer.

Die Seerobben nehmen es, wie es kommt: Auch auf Eisschollen lässt sich gut ein Nickerchen machen - ausreichend Speck als Isolationsschicht vorausgesetzt.

Nackter Fels, wo vorher Eismassen waren. Die fast schon kitschig wirkenden Weidenröschen sind tatsächlich Warnhinweise.

Wo immer eine Naturkatastrophe stattfindet, ein Feuer, ein Erdbeben oder eben der Rückzug eines Gletschers – das Weidenröschen erobert als erstes den Naturraum zurück.

Fremdenführer Alex Borgner zeigt mit alten Bildern, wie es noch vor einigen Jahren aussah. In den vergangenen 15 Jahren hat sich beispielsweise der Exit Glacier um dreieinhalb Kilometer zurückgezogen. Man müsse blind sein, um die Realität des Klimawandels zu negieren, meint Alex Borgner.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hatte sich 2015 ganze drei Tage Zeit genommen, um sich selbst von den Folgen des Klimawandels zu überzeugen. Klimaskeptiker Trump war bislang noch nicht am Exit Glacier.

Dabei könnte Trump mitten im Eis das Sterben der Gletscher beobachten. Tauwasser bildet erst Pfützen, dann kleine Seen.

Weiter oben am Berg gibt das Eis den Blick frei in Spalten. Sie reichen mehrere hundert Meter in die Tiefe - und sind bis oben hin mit Schmelzwasser gefüllt.

Wie lange sich dieses Naturschauspiel im Eis noch beobachten lässt, weiß niemand ganz genau. Schon jetzt erwacht der Grizzly-Bär viel früher als sonst aus seinem Winterschlaf – wegen der Temperaturen – findet jedoch keine ausreichende Nahrung.

Bald wird es jedoch wohl überall so grün sein wie hier. Die langfristigen Folgen werden nicht nur Bären treffen.

Stand: 13.11.2017, 08:59 Uhr