Von ganz langsam bis Ruckzuck: Unser Zeitempfinden

Zeitumstellung

Von ganz langsam bis Ruckzuck: Unser Zeitempfinden

In der Nacht vom 25. auf den 26. März wird wieder auf die Sommerzeit umgestellt. Zack - eine Stunde weniger Schlaf. Zweimal im Jahr wechseln wir zwischen Winter- und Sommerzeit. Manche halten das für eine sinnlose Prozedur, die Menschen wie Tieren das Leben schwer macht.

Schön war es, als wir noch Kinder waren: Da hatten wir für alles Zeit. Jetzt, wenn wir erwachsen sind, rennt uns die Zeit davon und wir hecheln hinterher. Das Ganze lässt sich erklären – und sogar etwas entschleunigen.

Sieben Fakten zur Sommerzeit

Kühe geben weniger Milch, Wildschweine werden überfahren, Menschen bekommen Depressionen- und das alles, weil in der Nacht zu Sonntag die Uhr von zwei auf drei gestellt wird? Wir haben Fakten zur Sommerzeit zusammengestellt.

Mann liegt alleine im Bett

Schlafstörungen - Viele Menschen fühlen sich nach der Uhrumstellung schlapp, klagen über Schlafstörungen und sogar Depressionen. Das haben Umfragen ergeben. Ob das wirklich an Umstellung auf Sommerzeit liegt, darüber gibt es geteilte Meinungen. Eine Studie der Münchner Universität legt nahe, dass vor allem die "Eulen" - also die Spätaufsteher - unsanft aus ihrem natürlichen Takt gerissen werden und sich innerlich noch wochenlang an der Winterzeit orientieren. Forscher vom Institut für Technikfolgenabschätzungen und Systemanalyse in Karlsruhe vermuten dagegen, dass die Symptome auch psychische Ursachen haben, weil die Menschen allein durch die Ankündigung der Uhrenumstellung gestresst sind.

Schlafstörungen - Viele Menschen fühlen sich nach der Uhrumstellung schlapp, klagen über Schlafstörungen und sogar Depressionen. Das haben Umfragen ergeben. Ob das wirklich an Umstellung auf Sommerzeit liegt, darüber gibt es geteilte Meinungen. Eine Studie der Münchner Universität legt nahe, dass vor allem die "Eulen" - also die Spätaufsteher - unsanft aus ihrem natürlichen Takt gerissen werden und sich innerlich noch wochenlang an der Winterzeit orientieren. Forscher vom Institut für Technikfolgenabschätzungen und Systemanalyse in Karlsruhe vermuten dagegen, dass die Symptome auch psychische Ursachen haben, weil die Menschen allein durch die Ankündigung der Uhrenumstellung gestresst sind.

Bahnreisen - Auch für die Deutsche Bahn ist die Umstellung auf die Sommerzeit relativ einfach. Nach 1.59 Uhr springt die Uhr auf 3 Uhr. S-Bahnen, die normalerweise in der fehlenden Stunde fahren würden, fallen unbemerkt aus. Nachtzüge haben in der Nacht meistens lange Aufenthalte in Bahnhöfen. Die werden dann um eine Stunde gekürzt. Wenn das nicht möglich ist, erreichen die Züge ihr Ziel am nächsten Tag eine Stunde später. Die Umstellung auf die Winterzeit ist übrigens etwas komplizierter: Nachtzüge müssen eine Stunde in einem Bahnhof stehen bleiben, damit sie ihr Ziel nicht zu früh erreichen. S-Bahnen müssen ihre Strecke in der Zeit zwischen 2 Uhr und 3 Uhr zweimal fahren - dafür werden mehr Bahnen eingesetzt.

Im März 2016 hat der Bundestag einen Bericht veröffentlicht, in dem die Zeitumstellung analysiert wurde. Fazit des Berichts: Die Zeitumstellung bringe keine Energieeinsparung, die Menschen hätten nicht nur gefühlte gesundheitliche Probleme, eine endgültige Umstellung auf Sommerzeit würde für die Wirtschaft keine Kosten verursachen.

Mit unserer Zeit wird bei der Zeitumstellung fast spielend umgegangen. Mal eine Stunde mehr, mal eine Stunde weniger. Dabei ist es für uns eine ernste Sache: Die Zeit rennt, sie fehlt uns ständig. Wir müssen immer mehr - in immer weniger Zeit schaffen.

Jonas Geißler Zeitexperte und Autor ist als Coach und Trainer tätig – unter anderem über den Umgang mit der Zeit und hat über dieses Thema auch ein Buch geschrieben. Für ihn gibt es keine Zeitumstellung – nur eine Uhrumstellung. Wir müssten wieder zwischen Zeit und Uhrzeit unterscheiden lernen.

Denn die Uhrzeit sei ein Machtinstrument und ein menschgemachtes Konstrukt.

Die Zeitumstellung lade eigentlich dazu ein, die Uhrzeit beiseite zu legen und sich mehr nach der Naturzeit zu richten. Das würde auch unserem Körper gut tun. Viele würden zu Achtsamkeitskursen und zu Yoga gehen, um das Gefühl für den eigenen Körper zu bekommen. Wenn wir uns wieder mehr nach der Natur- und nicht nach der Uhrzeit richten würden, könnten wir auch besser auf die Bedürfnisse unseres Körpers hören.

Das subjektive Zeitempfinden

Erwachsene haben viel zu tun und keine Zeit - die Tage scheinen aber trotzdem irgendwie eintönig. Deshalb denken wir gerne an unsere Kindheit zurück. Wir waren unbekümmert und erlebten so viele spannende Dinge. Und wir hatten damals Zeit. Beides hat mit dem so genannten subjektiven Zeitempfinden zu tun:

Der Neuigkeitswert des Erlebten entscheidet darüber, ob wir das Vergehen der Zeit als schnell oder langsam erlebten.

Entschleunigung

Schreiben Sie doch am Ende des Tages kurz ein paar Dinge auf, die Sie erlebt haben. Wenn Sie am Ende des Jahres in Ihren Notizen blättern, stellen Sie fest, dass das Jahr – auch wenn es schnell vergangen sein sollte – viele Erlebnisse und Geschehnisse gebracht hat.

Stand: 20.03.2017, 06:00