Tropenmediziner: Zwischen Malaria und Zika

Zwei Tropenmediziner am Bernhard Nocht Institut

Tropenmediziner: Zwischen Malaria und Zika

Die wirksamsten Waffen im Kampf gegen gefährliche Tropenkrankheiten wie Ebola, Malaria und Zika sind Erfahrung und Hightech. Beides findet man am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

Geburtstag Bernhard Nocht

Bernhard Nocht

Vor über 110 Jahren gründete der Mediziner Bernhard Nocht in Hamburg die zwischen Reeperbahn und Hafen gelegene "Forschungs- und Heilanstalt". Zuvor hatte eine Seuche in Hamburg viele Menschenleben gefordert. Das Kaiserliche Gesundheitsamt in Berlin schickte deswegen den Mikrobiologen Robert Koch und dessen Schüler Bernhard Nocht. Die beiden fanden heraus, dass es sich um die Cholera handelte und leisteten damit einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen die Seuche. Nachdem die Epidemie eingedämmt war, ging Koch zurück nach Berlin. Bernhard Nocht blieb und gründete eine kleine Forschungsstation im alten Hafenkrankenhaus zur Untersuchung und Behandlung erkrankter Seeleute.

Forschung, Versorgung und Lehre

Hochsicherheitslabor des Bernhard-Nocht-Instituts

Hochsicherheitslabor des Bernhard-Nocht-Instituts

Heute arbeiten in den immer wieder erweiterten Räumlichkeiten rund 250 Mitarbeiter. Damit ist das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer Erkrankungen und neu auftretender Infektionskrankheiten. Patienten gehen hier heute aber nicht mehr ein und aus. Stattdessen schicken Ärzte und Institutionen aus ganz Deutschland Proben, die in der Bernhard-Nocht-Straße 74 untersucht werden. Außerdem kommen regelmäßig Studierende und ärztliches Personal zur Fort- und Weiterbildung. In der Impfsprechstunde bekommen Urlauber und Heimkehrer Tipps zur Vorbereitung oder Nachsorge ihrer Reise.

Zwischen Mücken und Parasiten

Mikroskopaufnahme einer Anopheles-Mücke

Die Anopheles-Mücke

Um gefährliche Erreger erforschen zu können, gibt’s im Bernhard-Nocht-Institut ein sogenanntes "S3-Insektarium". Dort gilt ein besonders hoher Sicherheitsstandard. Die Mücken werden darin mit Erregern infiziert und anschließend untersucht. Um sicherzustellen, dass keine der ansteckenden Mücken danach aus dem Raum entkommt, werden nach getaner Forschungsarbeit alle Mücken gezählt und anschließend mit Kohlenstoffdioxid getötet. Die Mücken selbst werden nicht aus Asien oder Afrika importiert, sondern im Dachgeschoss des Instituts gezüchtet. In zwei speziellen Räumen wachsen sie bei feuchtwarmen Klima wie in den Tropen heran und werden regelmäßig unter anderem mit Blut gefüttert.

Stand: 02.03.2017, 10:43