Szenische Forschung – Theater für Fortgeschrittene

"Semele" am Badischen Staatstheater Karlsruhe

Szenische Forschung – Theater für Fortgeschrittene

Was ist Theater und wie ist es entstanden? Wie analysiert man Inszenierungen? Und welche Herausforderungen stellen sich dem Theater heute? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Studierende im Studiengang Szenische Forschung.

Szenische Forschung, angewandte Theaterwissenschaft und transdisziplinäre Kulturwissenschaft sind drei Studiengänge, die ziemlich viel gemeinsam haben und trotzdem ganz unterschiedlich klingen. Die Unterschiede zwischen den Studiengängen liegen in der jeweiligen Gewichtung von Praxis und Lehre. Darüber hinaus geht’s in allen Studiengängen um Denkräume zwischen Wissenschaft und Kunst.

Eigeninitiative ist gefragt

An der Ruhr-Universität Bochum umfasst der Masterstudiengang Szenische Forschung vier Semester. Im Laufe des Studiums werden die Bereiche Theatertheorie, Theatergeschichte und Analyse besonders intensiv erforscht. Der Studiengang ist breit aufgestellt und liegt oft an den Schnittstellen zur Philosophie, Soziologie und Kunst. Die Studierenden analysieren dabei Werke anderer Künstler, werden aber auch selbst künstlerisch aktiv. Dabei ist Eigeninitiative gefragt. In verschiedenen Projekten geht es um die Praxis des Inszenierens, Kuratierens und Organisierens.

Bewerber mit Vorkenntnissen

Wer einen der wenigen begehrten Studienplätze ergattern will, muss einiges mitbringen. Da es sich um einen Masterstudiengang handelt, wird ein abgeschlossenes Studium vorausgesetzt. Der Studiengang eignet sich zum Beispiel für Absolventen eines theaterwissenschaftlichen Studiums. Außerdem sollten Bewerber einschlägige Theatererfahrungen und künstlerische Fähigkeiten vorweisen können. Eigene Inszenierungen oder künstlerische Arbeiten in Form von Fotos, Videos, Projektskizzen, Programmheften, Portfolios oder Zeichnungen gehören daher in eine gelungene Bewerbungsmappe. Generell gilt: Alles, was den Studiengang streift, kann in die Mappe und macht den Professoren die Auswahl einfacher.

Das Studium ist breit gefächert

Neben Vorlesungen und Seminaren in Dramaturgie, Geschichte, Theorie und Ästhetik szenischer Künste bekommen die Studierenden Einblicke in Produktionsleitung und Kuration. Außerdem erarbeiten die angehenden Wissenschaftler eine gemeinsame Inszenierung, die abschließend präsentiert wird. Ziel dieses Projekts ist, dass die Studierenden Klarheit darüber gewinnen, ob sie sich künftig eher dem szenischen Arbeiten oder den inhaltlichen und organisatorischen Aspekten widmen möchten. Der Studiengang Szenische Forschung soll für künstlerische und für kunstvermittelnde Berufsfelder qualifizieren. Mit dem Master-Abschluss in der Tasche, hat man viele Möglichkeiten - von Regie, über Schauspiel bis hin zu Produktionsleitung. Absolventen können sich unter anderem bei Institutionen wie Städtischen Theatern oder anderen kulturellen Einrichtungen bewerben.

Stand: 09.03.2017, 13:32