Ausbildung fürs Musical – Allrounder auf der Bühne

Musical-Szene aus "Das Phantom der Oper"

Ausbildung fürs Musical – Allrounder auf der Bühne

Musicaldarsteller müssen Gesang, Tanz und Schauspiel beherrschen. Dementsprechend anspruchsvoll ist die Ausbildung. Am Ende sind die Absolventen auf alle Bereiche des Showbusiness bestens vorbereitet.

Als 1986 das Musical "Cats“ in Hamburg erstmals aufgeführt wurde, fehlte es in Deutschland noch an entsprechend ausgebildeten Darstellern. Die Sängerinnen und Sänger musste deswegen in der Anfangszeit aus den USA und England importiert werden. Seitdem hat sich viel getan. Seit den späten 80er Jahren kann man sich auch in Deutschland zum Musicaldarsteller ausbilden lassen. Pionier auf dem Gebiet ist die private Stage School in Hamburg. Aber auch öffentliche Hochschulen, zum Beispiel in München und Essen, bieten das Studienfach inzwischen an.

Mehr als nur ein bisschen singen

Bühnenszene "Curtains - Vorhang auf für Mord!" am Theater Münster

Musicaldarsteller sind Allrounder!

Egal, wo man die dreijährige Ausbildung absolviert - am Ende ist man auf alle Bereiche des Showbusiness bestens vorbereitet. Die angehenden Bühnenkünstler werden unter anderem in Schauspiel, Methodik, Sprechtechnik, Jazz, Ballett, Gesangstechnik und Chor unterrichtet. Selbst Musiktheorie, Theater-Geschichte und Vertragsrecht stehen auf dem Lehrplan. Mit am wichtigsten sind aber die über den kompletten Studienzeitraum eigenständig zu erarbeitenden Auftritte. Musicaldarsteller wollen auf die Bühne. Ob sie wirklich das Zeug dazu haben, müssen sie schon während des Studiums live und vor Publikum beweisen.

Teils hohe Studiengebühren

Da der Unterricht ganztägig von montags bis freitags stattfindet, bleibt wenig Zeit für Freizeit, Freunde oder einen Nebenjob. An der Stage School in Hamburg beträgt die wöchentliche Unterrichtsstundenzahl aktuell mindestens 30 Stunden. Während die Ausbildung an einer öffentlichen Hochschule kostenlos ist, müssen die Studenten in Hamburg rund 10.000 Euro Studiengebühren pro Jahr bezahlen.

Das Leben ist kein Musical

Musicaldarsteller müssen der Realität ins Auge blicken. Die wenigsten Absolventen werden reich und Superstars in ihrem Fach. Viele landen im Chor und müssen trotzdem mehrmals pro Tag, teilweise über Jahre im gleichen Musical auftreten. Während andere Menschen abends und am Wochenende ihre Freizeit genießen, stehen sie auf der Bühne und bekommen dafür noch nicht mal einen fürstlichen Lohn. Da der Körper die Plackerei nicht endlos mitmacht, werden viele zudem nicht alt im Job. Schauspielerei, Sprecherjobs oder Werbung sind Alternativen für ausgebildete Musicaldarsteller.

Stand: 16.03.2017, 12:15