Das Klima formte unsere Nasen

Frau und Kind - Nase an Nase

Das Klima formte unsere Nasen

Von Susanne Schnabel

Lang und schmal oder kurz und breit? Warum Menschen auf verschiedenen Kontinenten unterschiedliche Nasen haben, fanden Forscher in den USA heraus.

Wissenschaftler von der Penn State University haben die Nasen von rund 2.600 Personen aus Westafrika, Südasien, Ostasien und Nordamerika vermessen. Ergebnis: Der Zufall allein kann die Formenvielfalt nicht erklären. Selektion sei auch ein Grund für die Nasenform, berichten die Forscher im Fachblatt "PLOS Genetics" (16.02.2017).

Gesicht einer Frau

Kleine Nasenlöcher bei Kälte

In feuchten und warmen Klimazonen haben die Menschen eher große Nasenlöcher, in trockenen und kalten Regionen eher kleinere. Dies sei durchaus plausibel, so die Forscher, denn je enger das Nasenloch, desto besser könne die Nasenschleimhaut die eingeatmete Luft befeuchten und erwärmen. Damit verringere sich das Risiko für Atemwegsinfekte.

Doch die Evolution der Nase sei noch komplizierter. Die Forscher vermuten, dass noch weitere Faktoren eine Rolle spielten, wie zum Beispiel sexuelle Selektion: Menschen würden ihre Partner unter anderem auch wegen einer schönen Nase auswählen.

These ist nicht neu

Bereits der britische Anthropologe Arthur Thomson erforschte das Thema Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Er stellte 1923 die These auf, dass es einen Zusammenhang zwischen Klima und Nasenform gibt. Die nach ihm benannte "Nasenregel" wurde nun nach fast 100 Jahren bestätigt.

Stand: 17.03.2017, 09:00