So schützen Sie sich vor Hepatitis im Urlaub

Symbolbild: Kofferpacken vor dem Urlaub

So schützen Sie sich vor Hepatitis im Urlaub

Von Benjamin Esche

  • Welt-Hepathitis-Tag am Freitag (28.07.2017)
  • Ärzte warnen vor schlechter Hygiene im Urlaub
  • Hepatitis kann über Trinkwasser und Lebensmittel übertragen werden
  • Hepatitis-E- Erkrankungen steigen

Hepatitis ist eine tückische Krankheit. Die Virusinfektion der Leber tritt in verschiedenen Formen auf und ist besonders in südlichen Ländern verbreitet. Darum warnen viele Ärzte davor, ungeschützt und zu sorglos in den Urlaub zu reisen. "Mehr als die Hälfte aller neu diagnostizierten Hepatitis A-Virusinfektionen in Deutschland sind ein ungewolltes Reisesouvenir", sagt Michael Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

Ansteckung über viele Wege möglich

Symbolbild: Spritze liegt auf einem Impfbuch

Zum Schutz vor Hepatitis A und B ist die Impfung wichtig

Anstecken kann man sich zum Beispiel über Lebensmittel, infiziertes Wasser, Blut und andere Körperflüssigkeiten. Auch Spritzen, Bluttransfusionen, Tätowierungen und das Stechen von Piercings bergen ein Hepatitis-Risiko, wenn die Hygiene nicht stimmt. Darum raten Mediziner, sich rechtzeitig vor Beginn des Urlaubs impfen zu lassen. "Impfen ist die beste Vorbeugung gegen die Hepatitis A, B und D – das sollten wir nutzen", sagt Michael Manns.

Dabei gibt es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) noch große Impflücken. Gegen die anderen Hepatitis-Arten gibt es allerdings keinen Impfschutz. Steigende Zahlen gibt es mittlerweile bei Hepatitis E. Nach RKI-Schätzungen haben sich in den vergangenen Jahren rund 320.000 Deutsche jährlich neu mit dem Hepatitis E-Virus infiziert.

Hygieneregeln beachten

Mikroskopaufnahme Hepatitis A Virus

Hepatitis-Viren können durch mangelhafte Hygiene übertragen werden

Darum ist es wichtig, im Urlaub auf besondere Hygiene zu achten. "Auf jeden Fall nichts essen, bei dem man nicht weiß, wo es her kommt", rät Markus Cornberg, Hepatologe von der Deutschen Leberstiftung. Die Lebensmittel sollten gut durchgekocht sein, auf rohes Essen wie Sushi sollte verzichtet werden. Auch Salat sollte gut gewaschen sein.

"Weil die Viren recht umweltstabil sind, kann im Prinzip jedes Obst und jeder Salat, der durch schmutzige Hände gegangen ist, infektiös sein", erklärt Christian Trautwein, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizinam Universitätsklinikum Aachen.

Vorsicht bei Meerestieren

Speziell Muscheln und Austern sind gefährlich. Darum rät das Bundesinstitut für Risikobewertung vom Verzehr roher und unzureichend gekochter Muscheln und Austern ab. Zwei Minuten kochen bei 85 bis 100 Grad töten die Erreger jedoch zuverlässig ab.

Grundsätzlich empfehlen die Mediziner für den Urlaub im Süden, sich regelmäßig mit Seife die Hände zu waschen und nur abgekochtes Leitungswasser zu trinken. Auch bei Eiswürfeln solle man vorsichtig sein. "Wenn man sich nach der Rückkehr müde und schlapp fühlt und die Augen leicht gelb werden, sollte man sich auf jeden Fall beim Arzt durchchecken lassen", sagt Mediziner Cornberg.

Stand: 28.07.2017, 06:00