Langzeitstudie untersucht Gesundheit der Deutschen

Silhouetten von einem alten Mann mit Krückstock und einem Mann mit zwei Kindern sind am 22.08.2013 in Berlin Mitte am Kapelle-Ufer an einer Wand zu sehen.

Langzeitstudie untersucht Gesundheit der Deutschen

  • Nationale Gesundheitsstudie erforscht Volkskrankheiten
  • 200.000 Probanden werden untersucht, darunter allein 10.000 in Essen
  • Proben als "einmalige Ressource" für künftige Forschung

Warum wird der eine krank und der andere bleibt gesund? Eine Frage, die in der bundesweiten Studie "Gesundheit und Volkskrankheiten" beantwortet werden soll. 200.000 Menschen nehmen an dieser "Nationalen Kohortenstudie" (NAKO) teil, bei der sie mehrfach auf Herz und Nieren durchgecheckt werden. 18 Studienzentren sind beteiligt, darunter drei in NRW: Münster, Düsseldorf und Essen.

Was macht die Menschen krank?

Mit Hilfe der 210 Millionen Euro teuren Studie, die 2014 startete und auf 20 bis 30 Jahre angelegt ist, soll geklärt werden, wie Krebs, Diabetes oder Rheuma überhaupt entstehen und welche Rolle Faktoren wie Umwelt, Arbeitsplatz und Gene spielen. Besonders dringend ist der Nachholbedarf in puncto Demenz und Alzheimererkrankungen.

Befragung und Bioproben

Sechs Reagenzgläser stehen nebeneinander in einem Behälter, der von einer Hand im Gummihandschuh festgehalten wird. Sie enthalten menschliches Serum - eine gelbe Flüssigkeit.

"Bioproben" für die Forschung

Dafür werden die Probanden, die zwischen 20 und 69 Jahre alt sind und nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden, umfassend untersucht: Wieviel Kraft haben sie in den Händen? Wie beweglich sind die Beine? Leiden sie unter Atemnot, hatten sie Kinderkrankheiten? Außerdem werden ihnen sogenannte "Bioproben" entnommen, die für spätere Analysen eingefroren werden.

In Essen werden 10.000 Probanden untersucht

Die medizinisch-technische Radiologieassistentin Ramona Lukas (r.) bereitet am 09.08.2017 den Studienteilnehmer Thorsten Kläwer für eine Kernspintomografie vor.

In die MRT-Röhre

Essen ist eines von drei Zentren in NRW, das die Untersuchungen durchführt, und hat einen Magnetresonanztomografen (MRT), das zusätzliche Daten von den 10.000 Probanden liefert. Die Hälfte wurde bis August 2017 untersucht, bis 2019 sollen alle durchgecheckt sein. Ein Jahr später soll die "Follow-up-Phase" beginnen, in der alle Beteiligte wieder untersucht werden.

Forscher: "eine einmalige Ressource"

Damit werden Vergleiche möglich: Sollte jemand in der Zwischenzeit Krebs bekommen haben, können die Forscher die zweite mit der ersten Probe vergleichen und so neue Diagnosemethoden entwickeln. Für Otmar Wiestler, Krebsforscher und Vertreter der beteiligten Helmholtz-Gemeinschaft, ist die Studie damit eine "einmalige Ressource". Insgesamt sollen 28 Millionen Bioproben für die Forschung gesammelt und gelagert werden.

Stand: 09.08.2017, 11:10