Weltweit Demonstrationen für eine freie Wissenschaft

Wissenschaftler demonstrieren in Boston gegen die Trump-Regierung und für die Anerkennung der Bedeutung der Wissenschaft (Archivbild)

Weltweit Demonstrationen für eine freie Wissenschaft

Von Susanne Schnabel

  • "March for Science" am 22.04.2017
  • Demonstrationen in mehr als 400 Städten weltweit
  • NRW: Veranstaltungen in Bonn und Münster
Logo "March for Science"

"March for Science" am Tag der Erde

Ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern ruft weltweit für Samstag (22.04.2017) - am Tag der Erde - zu Aktionen für die Wissenschaft auf. Auch in Deutschland soll es Demos geben. Insgesamt in 19 deutschen Städten stellen ehrenamtliche Teams Kundgebungen auf die Beine.

Bonn und Münster beteiligen sich

In NRW sind drei Veranstaltungen geplant: In Bonn, Münster und in Espelkamp. "Die Welt braucht wissenschaftliche Forschung, um Informationen nach anerkannten Maßstäben zu erheben, damit das 'postfaktische Zeitalter' nicht Wirklichkeit wird", sagt Professor Dr. Dirk Uwe Sauer von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH), der den "March for Science" unterstützt.

Mehr als eine Anti-Trump-Demo

Die Idee zu der weltweiten Aktion entstand anlässlich der jüngsten Proteste in den USA gegen Wissenschaftsfeindlichkeit der neuen Regierung. Donald Trump sagte, er wolle niemanden fördern, dessen Forschung ihm zuwider sei oder ihn schlichtweg nicht interessiere.

 U.S. President Donald J. Trump ((Archivbild)

US-Wissenschaftler vereinigen sich gegen Trump

Die Veranstalter des "March for Science" betonen, solle es sich nicht um eine Anti-Trump-Veranstaltung handeln. Die Wissenschaftsfeindlichkeit des Präsidenten sei bloß der Ausdruck einer gefährlichen gesellschaftlichen Strömung. Demonstriert werde "für den Wert von Wissenschaft und Forschung als eine Lebensgrundlage unserer offenen und demokratischen Gesellschaft".

Deutschland solidarisch

Viele Institutionen und prominente Personen unterstützen den Aufruf zum "Science March Germany". Zu den Unterstützern zählen neben fünf Nobelpreisträgern unter anderem Richard Dawkins (Evolutionsbiologe), Michael Schmidt-Salomon (Philosoph) und Julian Nida-Rümelin (Philosoph). 

Arbeit und Werte bedroht

Ein Forscher hält ein Antibiotikamolekül in Händen (Archivbild)

Wissenschaftler fürchten um ihre Freiheit

Auch die Verantwortlichen der "Allianz der Wissenschaftsorganisationen", einem Zusammenschluss der bedeutendsten deutschen Wissenschaftsorganisationen, sind überzeugt von der Bedeutung der Aktion.

In einer Erklärung heißt es: "Antidemokratische und wissenschaftsfeindliche Handlungen und Strömungen, verantwortet von politischen Entscheidungsträgern oder populistischen Bewegungen, bedrohen die Arbeit und die Werte der Wissenschaften und aller in ihr Tätigen."

Stand: 21.04.2017, 17:42