Lärmforscher zu Gast in Kita und Schule

Lärmforscherin Janina Fels mit einem kind bei einem Experiment an der RWTH Aachen

Lärmforscher zu Gast in Kita und Schule

Von Susanne Schnabel

  • "Tag gegen Lärm" (26.04.2017) mit Schulprojekt
  • Auch Kinder haben Probleme mit Lärm
  • RWTH Aachen forscht an Kitas und Schulen

"In den vergangenen Jahren haben Forscher und Krankenkassen unabhängig voneinander eine Zunahme der Hörprobleme bei Jugendlichen verzeichnet", so die Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA) Es sei anzunehmen, dass dies auf veränderte Hörgewohnheiten, insbesondere auf die ständige Verfügbarkeit von Schall zurückzuführen ist.

"Ohren brauchen Pausen"

Der Koffer "Lärmdetektive – dem Schall auf der Spur"

Der "Lärmkoffer" der DEGA

Das könnten transportable Musikabspielgeräte oder ein immer im Hintergrund laufenden Fernseher sein. "Ohren brauchen Pausen, aber man kann sie nicht zumachen wie die Augen", so die DEGA. Bekommen Ohren genügend Erholungsphasen, dann können sie auch außerordentliche Belastungen wie einen gelegentlichen Konzertbesuch "wegstecken".

"Wir möchten Kinder für die großartigen Fähigkeiten aber auch die Grenzen ihrer Ohren sensibilisieren und dazu anhalten, bewusst zu hören. Kinder können das. Oft sogar viel besser als Erwachsene. Man muss ihnen nur einmal erklärt haben, wie es funktioniert." Im Rahmen des "Tages gegen Lärm 2017" bietet die DEGA kostenlos Aktionstage mit speziell entwickelten Unterrichtsmaterialien an Schulen an.

Laufendes Projekt an der RWTH Aachen

Kindergartenkinder musizieren

Forschung: Wie empfinden Kinder Geräusche?

Dr. Janina Fels ist DEGA-Mitglied und Professorin für Medizinische Akustik an der RWTH Aachen. Sie forscht seit Jahren zum Thema Lärm. Ihr aktuelles Projekt befasst sich mit der Situation an Kitas und Grundschulen. Fels und ihr Team untersuchen die Aufmerksamkeit und Sprachverständlichkeit unter Lärmbedingungen.

Lautstärke alleine macht nicht den Lärm aus

"Wir machen zunächst in den Räumlichkeiten Messungen, führen aber auch Gespräche mit den Kindern. Dazu wurde ein kindgerechter Fragebogen entwickelt", sagt Fels. Im Sommer 2017 geht es dann in die nächste Phase. Dann sind die Kinder eingeladen zu Experimenten im mobilen Versuchslabor.

"Hier können wir gezielt Wirkung einzelner Parameter beeinflussen", erklärt Fels, denn es gehe bei Lärm nicht nur um die Lautstärke. Die Forscher sprechen von sogenannten psychoakustischen Größen wie Lautheit, Schärfe, Rauigkeit und Tonhaltigkeit. Fels: "Sie beschreiben ein Geräusch wesentlich detaillierter als zum Beispiel der Messwert Dezibel."

Stand: 26.04.2017, 09:00