Die größten Irrtümer: Von Einstein bis Ernährung

Die größten Irrtümer: Von Einstein bis Ernährung

Unser Allgemeinwissen wimmelt von Mythen und Missverständnissen. Wie viele Sinne haben wir? Und gibt es wirklich eine Süß-Schmeck-Zone auf der Zunge? Wir räumen mit einigen populären Irrtümern auf.

Ein übergewichtiger Mann liegt auf einem Schwimmreifen

Eigentlich dürfte es sie im Zeitalter von Google und Wikipedia gar nicht mehr geben: wissenschaftliche Erkenntnisse, wie in Stein gemeißelt und von Generation zu Generation weitergegeben - und ganz und gar unfundiert. Wie die Warnung "Voller Bauch schwimmt nicht gern!" Das Risiko, Krämpfe zu bekommen oder gar zu ertrinken, steigt nicht, wenn man vor dem Sprung ins Wasser isst, erklären Forscher. Trinken sollte man aber nicht - zumindest keinen Alkohol, wie eine Studie nahelegt.

Eigentlich dürfte es sie im Zeitalter von Google und Wikipedia gar nicht mehr geben: wissenschaftliche Erkenntnisse, wie in Stein gemeißelt und von Generation zu Generation weitergegeben - und ganz und gar unfundiert. Wie die Warnung "Voller Bauch schwimmt nicht gern!" Das Risiko, Krämpfe zu bekommen oder gar zu ertrinken, steigt nicht, wenn man vor dem Sprung ins Wasser isst, erklären Forscher. Trinken sollte man aber nicht - zumindest keinen Alkohol, wie eine Studie nahelegt.

Der Mensch ist ein besonders weites Feld, wenn es um Irrglauben geht. Geschmackszonen auf der Zunge zum Beispiel gibt es nicht - der Mensch kann flächendeckend süß, salzig oder Umami schmecken. Der Geschmack ist auch nicht einer von fünf Sinnen, sondern von mehr als 20. Der griechische Gelehrte Aristoteles hat zwar Riechen, Sehen, Tasten und Hören ausgemacht. Heute zählt man aber auch das Gleichgewicht, Schmerzempfinden, Hunger und Völlegefühl dazu - und Jucken.

Schlechte Nachricht für junge Männer, die der Natur ein bisschen nachhelfen wollen: Rasieren lässt die Barthaare nicht stärker sprießen. Das wirkt nur so, weil ein gekapptes Haar stumpf ist und nicht schmal ausläuft. Noch ein Mythos: Haare wachsen nach dem Tod nicht weiter. Die Haut an den Haarwurzeln schrumpft nur, genau wie an den Nägeln.

Raus aus dem Bett und runter auf die Straße: Selbst wenn sie nicht aufs Dach steigen, bringen sich Schlafwandler in Gefahr, weil sie über Gegenstände fallen oder das Gleichgewicht verlieren. Das passiert so häufig, dass Forscher dazu raten, sie unbedingt zu wecken. Sie sind dann vielleicht verwirrt - aber nicht verletzt.

Spinat enthält viel Eisen, und Möhren sind gut für die Augen: Zwei Ernährungsmythen, die längst widerlegt sind. Die Möhren-Mär wurde im Zweiten Weltkrieg auf der britischen Insel populär, dank einer Kampagne des Ernährungsministeriums: Die Luftwaffe sei so erfolgreich bei ihren nächtlichen Einsätzen gegen die Deutschen gewesen, weil die Piloten ihrer Nachtsicht mit dem Wurzelgemüse nachgeholfen hätten. In Wirklichkeit verdankten sie ihre Treffsicherheit der neuen Radartechnologie. Immerhin: Möhren helfen sehr wohl gegen Nachtblindheit - aber nur bei bei Menschen, die an Vitamin-A-Mangel leiden.

Und noch ein Getränk: Wer sich mit Koffein aufputschen will, sollte sich eine Tasse Kaffee gönnen. Ein Tässchen Espresso ist zwar etwas konzentrierter, in der Menge ist der normale Kaffee aber effektiver.

Auch in der Tierwelt gibt es populäre Irrtümer - wie der, dass man ein Vogelbaby bloß nicht anfassen soll, wenn es aus dem Nest gefallen ist, weil die Mutter es dann nicht mehr annimmt. Vögel, sagen Ornithologen, können kaum riechen, deswegen macht es keinen Unterschied. Bei Säugetieren wie Rehen ist das anders: Da besteht die Gefahr tatsächlich.

Olé! Für den Bullen in der Arena ist das Stück Stoff in der Hand des Matadors tatsächlich ein rotes Tuch - aber nicht wegen der Farbe. Rinder können nach dem heutigen Stand der Forschung die Farbe Rot gar nicht erkennen, nur ein blau-grünes Farbspektrum. Was das Tier so ärgert, ist die abrupte Bewegung vor seiner Nase. Das, der Lärm in der Arena und die Schmerzen reizen ihn bis aufs Blut: Ein Bulle "sieht rot".

Ein Sprung zurück in die Geschichte: Dass Wikinger jemals gehörnte Helme trugen, ist durch nichts belegt. Sicher ist dagegen, dass ein kreativer Kostümbildner im Jahre 1876 auf die Idee verfiel, als er den Wagner-Zyklus "Der Ring des Nibelungen" ausstattete. Die Wikinger-Nachkommen freut es heute noch.

Kleine Männer sind gefährlich, weil sie etwas kompensieren müssen. Genau deswegen hat auch Napoleon Streit angefangen, andere Länder überfallen und sich zum Kaiser krönen lassen. Eine gute Erklärung, die nicht funktioniert: Napoleon war 1,69 Meter groß und damit sogar etwas größer als seine Zeitgenossen. Möglicherweise hat er selbst zum falschen Eindruck beigetragen: Die Leibgardisten, mit denen er auftrat, waren ausgesprochen groß gewachsen.

Zum Schluss ein großer Mann, um den sich ein besonders großer Mythos rankt: Albert Einstein, Erfinder der Relativitätstheorie und Nobelpreisträger. Ein Mann, der die Wissenschaft revolutionierte und höchstes Ansehen errang - und das, obwohl er in Mathematik angeblich kläglich versagte. Stimmt nicht, stellte er selbst klar: "Ich habe nie in Mathematik versagt." Er hat zwar die Aufnahmeprüfung an einer Schweizer Uni nicht geschafft, aber da war er zwei Jahre jünger als seine Mitschüler. Im zweiten Anlauf klappte es doch - der Rest ist Wissenschaftsgeschichte.

Stand: 06.06.2017, 13:26 Uhr