Heinz Sielmann zum 100.

Heinz Sielmann zum 100.

Vielen ist seine leicht näselnde Stimme in Erinnerung, seine Begeisterung für die Natur war ansteckend: Heute wäre Heinz Sielmann 100 Jahre alt geworden.

Tierfilmer Heinz Sielmann mit Fernglas anlässlich seines 85. Geburtstags

Heinz Sielmann gilt als Pionier des Tierfilms, er war ein leidenschaftlicher Naturschützer und begriff Naturschutz als Lebensphilosophie. "Er war ein engagierter Naturfilmer und begeisterter Naturschützer", erzählt Arnd Wünschmann über seine Erfahrungen mit Sielmann. Wünschmann war zehn Jahre lang Direktor des Münchner Tierparks Hellabrunn, Geschäftsführer der Umweltstiftung WWF und über Jahre mit Sielmann bekannt.

Heinz Sielmann gilt als Pionier des Tierfilms, er war ein leidenschaftlicher Naturschützer und begriff Naturschutz als Lebensphilosophie. "Er war ein engagierter Naturfilmer und begeisterter Naturschützer", erzählt Arnd Wünschmann über seine Erfahrungen mit Sielmann. Wünschmann war zehn Jahre lang Direktor des Münchner Tierparks Hellabrunn, Geschäftsführer der Umweltstiftung WWF und über Jahre mit Sielmann bekannt.

Sielmann wurde am 2. Juni 1917 in Rheydt (heute Mönchengladbach) geboren und wuchs in Ostpreußen auf. "Er hatte einen herzhaften Humor", erinnert sich Arnd Wünschmann, "und war für jeden Scherz zugänglich. Wenn wir hier bei uns im Garten gesessen haben, haben wir immer viel gelacht."

Schon als Jugendlicher will er Naturfilmer werden - zum Entsetzen seiner Eltern. Doch Heinz Sielmann setzt sich durch: 1938, mit 21 Jahren, dreht er seinen ersten richtigen Film, "Vögel über dem Haff", damals noch ein Stummfilm. Nach dem Krieg entstehen viele anerkannte Naturfilme für das "Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht" - damit prägt er viele Schüler-Leben.

Eins seiner Markenzeichen: Die leicht näselnde Stimme. "Natürlich wusste er um seine Popularität", erzählt Arnd Wünschmann. "Aber Sielmann war immer authentisch und nicht von oben herab." Fast schon legendär sind Sielmanns Berichte über die Riesenschildkröten auf den Galapagosinseln, aber auch seine Reportage für das belgische Königshaus über Berggorillas im Jahr 1957, "Herrscher des Urwalds".

Sielmann hat mit der Kamera Naturrefugien in aller Welt bereist, hat aber auch die Besonderheiten der heimischen Natur im Visier gehabt. Der Fischotter (Foto) zählte zu seinen Lieblingstieren. Eine Dokumentation über das Leben der Spechte, die auch in der britischen BBC gezeigt wurde, brachte ihm den Spitznamen "Mr. Woodpecker" ein.

Richtig populär wurde Sielmann mit der Sendung "Expeditionen ins Tierreich" ab 1960. Sielmann moderierte die NDR-Sendung bis 1991.

Nach seinem Rückzug aus dem Fernsehgeschäft widmete sich Sielmann einer weiteren Mission: Junge Menschen für die Natur zu begeistern und ein Bewusstsein zu schaffen - denn sie sind nach seiner Überzeugung die Naturschützer von morgen. "Nur was wir kennen und lieben können wir auch schützen", lautete sein Motto. Daher gründete er 1994 mit Ehefrau Inge die Heinz Sielmann Stiftung auf Gut Herbigshagen in Niedersachsen - heute ein Natur-Erlebniszentrum.

Vor allem seine Liebe zur Natur bleibt in Erinnerung, wie seine Frau Inge anlässlich von Sielmanns Geburtstag erklärt. Im Alter hat Sielmann immer wieder betont, wie wichtig es ihm ist, die Natur zu schützen und nicht weiter auszunutzen: "Wir müssen das Kapital schonen und von dem Zinsen leben", war einer seiner Leitsätze.

Bis zu seinem Tod lebte Heinz Sielmann mit seiner Frau Inge in seinem Haus in München, oft hielten sich beide auch auf dem Stiftungsgelände auf. Dort wurde Heinz Sielmann, der am 6. Oktober 2006 gestorben ist, auch begraben.

"Seine Leistung besteht vor allem darin, dass er wissenschaftliche Zusammenhänge populär und verständlich ins Bild gesetzt hat", meint Arnd Wünschmann. Vielen Menschen bleibt er mit seinem unnachahmlichen, typisch sielmannschen "Meine lieben Zuschauer, in meiner heutigen Sendung möchte ich Ihnen zeigen ..." in Erinnerung. Am 2. Juni 2017 wäre Heinz Sielmann 100 Jahre alt geworden.

Stand: 02.06.2017, 06:00 Uhr