Was zu viel Feinstaub mit unserem Körper macht

Was zu viel Feinstaub mit unserem Körper macht

Von Andreas Sträter

  • Feinstaub kann uns krank machen
  • Neue Studie aus China mit 55 Studenten
  • Ergebnis: Stoffwechsel-Probleme und mehr Stresshormone

Verschmutze Luft schadet der Gesundheit. Feinstaub kann Herz-Kreislauf-Erkankungen begünstigen und zu negativen Stoffwechsel-Veränderungen führen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie aus Shanghai, die am Dienstag (15.08.2017) von der American Heart Association im "Circulation"-Journal veröffentlicht wurde.

55 chinesische Studenten untersucht

Untersucht wurde das an 55 chinesischen Studenten. Für die Studie haben Forscher die Studenten allerdings nicht mit einer Extraportion Feinstaub eingenebelt, sondern ihnen einen Luftreiniger gegeben, um so Teile des Feinstaubs herauszufiltern. Wissenschaftler der Fudan University haben herausgefunden, dass es durchaus möglich ist, Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Luftfilter einzugrenzen.

Aus einem Autoauspuff kommt viel dreckige Luft.

Eine Quelle für Feinstaub: Autoabgase

Doch nicht alle Luftreiniger funktionierten. Die Probanden wussten nämlich nicht, ob sie einen echten oder einen wirkungslosen Luftreiniger im Zimmer hatten. In den eineinhalb Wochen des Versuchs haben die Forscher den Studenten immer wieder Blut abgenommen, Urinproben eingesammelt und andere Tests gemacht.

Mehr Feinstaub, mehr Stresshormone

Das Ergebnis: Die Luftreiniger-Gruppe hatte 82 Prozent weniger Feinstaub im Zimmer. Wer mehr Feinstaub abbekommen hatte, bei dem war auch das Blut anders: Bei 97 Stoffwechselprozessen ist den Forscher aufgefallen, dass Zucker, Proteine, Lipide und Fettsäuren weniger gut verarbeitet werden konnten. Zudem stellten die Forscher bei dieser Gruppe mehr Stresshormone fest. Diese Veränderungen erhöhen das Risiko für Herzinfarkte, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Einordnung der Studie

ARchiv: Juli 2016 Smog in Shanghai

Shanghai unter einer Smog-Decke

Bei der Studie handelt es um eine kleine Studie, die den kurzfristigen Zusammenhang zwischen mehr oder weniger Feinstaub und messbaren Reaktionen unseres Körpers feststellt. Die Ergebnisse lassen sich außerdem nicht auf Deutschland übertragen: "Bezüglich des Feinstaubs ist Westeuropa nicht mit den Mega-Citys in China vergleichbar", sagt Ute Dauert, Luftexpertin des Umweltbundesamtes in Dessau-Roßlau, dem WDR. Zum Vergleich: In Shangai ist die Feinstaubbelastung pro Kubikmeter im Durchschnitt 3,5 mal höher als etwa in Dortmund.

Was Feinstaub mit unserer Gesundheit macht

Unumstritten unter Experten ist, dass Luftschadstoffe zu Herz- und Kreislauferkrankungen führen können. Zudem kann Feinstaub die Schleimhäute reizen und Entzündungen in der Luftröhre und in den Bronchien hervorrufen, erläutert Luftexpertin Dauert."Wenn man sich draußen aufhält, ist man diesen Luftschadstoffen natürlich ausgesetzt", sagt Dauert. "Dann wird zwangsläufig die schadstoffbelastete Luft eingeatmet."

Was bringen Luftreiniger?

09.07.2008  Hostess präsentiert einen stromsparenden Luftreiniger auf einer Ausstellung zum G8-Gipfel in Japan

Wie wirksam sind Luftfilter? (Symbolbild)

Im Inneren können Luftreiniger zwar für eine Verbesserung sorgen. Wer gegen Hausstaub allergisch ist, für den kann ein solches Gerät sinnvoll sein, sagen die Experten des Umweltbundesamtes. Bei chemischen Gasen sind Luftreiniger nicht immer wirksam. Hinzu kommt: Ein solches Gerät kann mehrere hundert Euro kosten.

Im Innenraum können – neben der Luft von draußen – auch brennende Kerzen oder Zigarettenqualm Ursachen für Feinstaub sein, so Dauert. Für die Qualität der Raumluft ist also jeder auch selbst verantwortlich. Da die Feinstaubbelastung in Deutschland nicht im Ansatz so hoch ist wie in China kann schon simples Lüften zu verbesserter Raumluft führen, rät das Umweltbundesamt.

Stand: 15.08.2017, 17:06