50 Jahre Fachhochschulreife - ein Erfolgsmodell

Studenten

50 Jahre Fachhochschulreife - ein Erfolgsmodell

Von Susanne Schnabel

  • 50 Jahre Fachhochschulreife in der Bundesrepublik
  • Einführung am 17. März 1967
  • Fachhochschulen werden zur Konkurrenz für Universitäten

"Das war eine kluge Entscheidung, die man damals getroffen hat", sagt Dr. Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen über die Einführung der Fachhochschulreife am 17. März 1967. Mit diesem neuen Schulabschluss hätte sich Hochschullandschaft geöffnet für bildungsfernere Bereiche und Barrieren seien abgebaut worden.

Schulische und berufspraktische Voraussetzungen

Die Fachhochschulreife kann an Gymnasien und Gesamtschulen, Berufskollegs oder Weiterbildungskollegs erworben werden. Neben dem schulischen Teil muss auch ein praktischer Teil in Form einer Berufsausbildung oder von Praktika absolviert werden. Dieser Abschluss berechtigt grundsätzlich zum Studium aller Studiengänge an allen Fachhochschulen.

Überall im Land entstanden in den 1970er Jahren Fachhochschulen, die sich spezialisierten auf eine berufsorientierte Ausbildung auf akademischem Niveau. Mittlerweile sind es bundesweit 216, in NRW gibt es 37. Es gäbe mit Universitäten und Fachhochschulen laut Radtke "zwei unterschiedliche Welten, die sich auf Augenhöhe ergänzen."

Berufsorientierte Ausbildung auf akademischem Niveau

Prof. Dr. Ulrich Radtke

Prof. Dr. Ulrich Radtke

Jahrzehntelang galten Fachhochschulen nur als "kleine Schwestern" der großen Universitäten. Bis heute müssen sie mit Vorurteilen wegen ihrer angeblich fehlenden Wissenschaftlichkeit kämpfen. Zu Unrecht, findet Radtke und ergänzt: "Das Fachhochschulstudium ist attraktiv. Wenn man sich die vielfältigen Studiengänge heute anschaut, wird ein breites Spektrum abgedeckt."

Auf der ganzen Welt würde man uns um dieses einzigartige Modell beneiden, so Radtke: "Diese enge Verknüpfung von Wissen, Anwendung und Produktion - das ist etwas, was die Universitäten in dieser Form nur in Teilen - in ingenieurswissenschaftlichen oder medizinischen Fakultäten - erfüllen können." Fachhochschulen hätten sich längst zur echten Uni-Alternative entwickelt und zur Konkurrenz - im Wettbewerb um Forschungsgelder und Kooperationspartner aus der Wirtschaft.

Doktortitel an der Fachhochschule

Schild mit dem Wort Fachhochschule

Radtke: Fachhochschulen haben Zukunft

Eine Promotion war bislang an Fachhochschulen nicht möglich, aber das ändert sich gerade: Als erste Fachhochschule in Deutschland darf die Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Fulda seit dem vergangenen Jahr ihren Studierenden eigenständig einen Doktortitel verleihen.

Aktuelle Zahlen zur Studierenden

Im Wintersemester 2016/2017 waren an den 427 staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland 1,7 Millionen Studierende an den 106 Universitäten und fast 957.000 an den 216 Fachhochschulen eingeschrieben (Angaben des Statistischen Bundesamtes).

Stand: 17.03.2017, 06:00