Essstörung - eine häufig unterschätzte Gefahr

Füße einer Magersüchtigen auf einer Personenwaage

Essstörung - eine häufig unterschätzte Gefahr

Das Schicksal der an Magersucht gestorbenen früheren Miss Sachsen und Ex-Freundin von Schalke-Torwart Ralf Fährmann bewegt viele Menschen in NRW und in den sozialen Netzwerken. Hier finden Sie Hintergrund-Informationen zum Thema Essstörungen und Adressen, bei denen man Hilfe bekommt.

Essstörungen sind in der Regel psychosomatische Erkrankungen und somit Ausdruck tiefer liegender psychischer Probleme. Die drei häufigsten Krankheitsbilder sind Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimie (Ess-Brechsucht) und die Binge-Eating-Störung (Ess-Attacken mit Kontrollverlust). Eine internationale Forschergruppe unter Beteiligung der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat Ende Mai 2017 in einer Studie mit 3.500 Patientinnen herausgefunden, dass Magersucht sogar angeboren sein kann.

Laut "Landesfachstelle Essstörungen" des NRW-Gesundheitsministeriums sind von allen Magersucht- und Bulimie-Erkrankungen zu 90 bis 95 Prozent Mädchen und Frauen betroffen. Nach Schätzungen leben in Nordrhein-Westfalen etwa 100.000 Anorexie- und 300.000 Bulimie-Kranke. Noch nicht erfasst sind dabei die "nicht näher bezeichneten Ess-Störungen" (NNB). Hier gewinnt die Binge-Eating-Störung zunehmend an Bedeutung, an der nach bisherigen Forschungsergebnissen Jungen und Männer häufiger erkranken. Die Dunkelziffer bei Essstörungen gilt als hoch.

Weiterführende Links im WDR

Hilfe zur Selbsthilfe

In Nordrhein-Westfalen gibt es flächendeckend Arbeitskreise und Netzwerke, die Hilfe zur Selbsthilfe beim Thema Essstörung anbieten.

Das Internetangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet Betroffenen, Eltern, Angehörigen und Lehrern wichtige Informationen zu allen Formen von Essstörungen. Hier kann man sich auch telefonisch beraten lassen.

Stand: 07.06.2017, 19:00