Bunt, gesund und nachhaltig: Food-Trends 2017

Bunt, gesund und nachhaltig: Food-Trends 2017

Von Susanne Schnabel

Lila Kohl, marines Superfood, Luxuspizza und Gemüse, das an Restaurantwänden wächst - das alles bringt die kulinarische Zukunft. Anlässlich der Messe "Grüne Woche", die zur Zeit in Berlin stattfindet, hier die Trends für 2017.

Algen auf einem Teller

Das neue Superfood stammt aus dem Meer, glaubt Food-Trend-Expertin Hanni Rützler vom Zukunftsinstitut Frankfurt. Die Asiaten essen seit Jahrtausenden Algen in allen Variationen. In diesem Jahr erobere laut Rützlers "Foodreport 2017" das Grün aus dem Meer die europäischen Küchen. Lecker und gesund seien die Algen - sie enthalten viel pflanzliches Eiweiß, wenig Fett und kaum Kalorien.

Das neue Superfood stammt aus dem Meer, glaubt Food-Trend-Expertin Hanni Rützler vom Zukunftsinstitut Frankfurt. Die Asiaten essen seit Jahrtausenden Algen in allen Variationen. In diesem Jahr erobere laut Rützlers "Foodreport 2017" das Grün aus dem Meer die europäischen Küchen. Lecker und gesund seien die Algen - sie enthalten viel pflanzliches Eiweiß, wenig Fett und kaum Kalorien.

Generell liege laut Rützler die Zukunft unserer Ernährung im Wasser. Die globale Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten sei enorm angestiegen. Überfischung der Meere werde bald kein Problem mehr sein, denn durch neue ökologische Aquakulturen könnten wir uns mit Fisch nicht nur gesund, sondern auch nachhaltig ernähren.

"Brutal lokal" nennt Rützler einen Trend, den das Berliner Start-up "Infarm" perfektioniert hat: Gemüseanbau im Herzen der Stadt, zum Beispiel direkt im Supermarkt. Oder das New Yorker Restaurant "Page at 63 Main" lässt sein Gemüse auf seinen Wänden wachsen. Der Trend zu regionalen Zutaten werde sich 2017 weiter zuspitzen.

New Flavoring ist ein weiterer Trend in diesem Jahr. Ob natürlich oder künstlich, jeder von uns isst täglich irgendetwas Aromatisiertes. Aber noch nie zuvor wurde so viel Energie in die Wiederentdeckung vergessener sowie in die Entwicklung neuer Aromen und Geschmacksstoffe investiert wie heute.

Auf der Suche nach Alternativen zu Tofu- und Sojabohnen setzt die Lebensmittelindustrie 2017 auf Pilze, Linsen, Erbsen oder Kichererbsen für veganen Fleischersatz. Es gibt mittlerweile Schnitzel auf Pilzbasis, Schweinebraten aus Weizen oder Frikadellen aus Linsen.

Schicke Burger-Läden gibt es mittlerweile flächendeckend. Doch die "Gourmetisierung" von Fast Food geht weiter. Spitzenköche kreieren Luxus-Sandwiches und -Pizzen.

Mehr als elf Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jedes Jahr weggeworfen. Initiativen, wie der Berliner Verein "Restlos Glücklich", wollen Lebensmitteln eine zweite Chance geben, die ansonsten weggeworfen werden. Es entstehen immer neue Geschäftsideen aus geretteten Lebensmitteln. Zum Beispiel stellt das Düsseldorfer Unternehmen "Be Bananas" aus Bananen, die optische Makel oder kleine Druckstellen haben, Bananenbrot her.

Whole Foods, der weltweit größte Betreiber einer Biosupermarktkette, hat herausgefunden, dass die Gesundheitsbewussten bunte Lebensmittel kaufen: schwarzer Reis, Süßkartoffeln, Heidelbeeren, violetter Spargel und Blumenkohl oder Holunderbeeren. Die neuen farbenprächtigen Züchtungen enthalten gesunde Antioxidantien. Ernährunsgswissenschaftler wird der Trend freuen, sie fordern schon lange: Essen Sie jede Woche einen Regenbogen!

Stand: 20.01.2017, 06:00 Uhr