Eier-Skandal: Wann wird Fipronil gefährlich?

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Eier-Skandal: Wann wird Fipronil gefährlich?

  • Fipronil als Auslöser des Eier-Skandals
  • Wie die Grenzwerte für den Verzehr berechnet werden
  • Welche Wirkung Fipronil auf den Menschen hat

Derzeit gilt ein gesundheitlicher Richtwert für Fipronil von 0,009 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Das heißt: Dieser Wert sollte im Körper eines Menschen nicht überschritten werden. Aber was bedeutet das?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat eine Rechnung aufgemacht für den bislang höchsten bekannten Wert. Prüfer haben diesen in einem Hühnerei in Belgien gemessen: 1,2 mg/kg Fipronil.

Wie viele Eier darf ich essen?

5 Eier liegen hintereinander

Sieben dieser belasteten Eier dürfe ein Erwachsener mit einem Körpergewicht von 65 Kilogramm an einem Tag essen, ohne den Richtwert von 0,009 mg/kg zu überschreiten (Grundlage für die Berechnung: Ein Ei der Größe L à 70 Gramm). Ein Baby, das 10 Kilogramm wiegt, könne eins dieser belasteten Eier innerhalb von 24 Stunden essen.

Allgemeine Empfehlung: Drei Eier pro Woche

Beide Angaben liegen deutlich über der allgemein empfohlenen Verzehrmenge für Eier: Drei Eier pro Woche empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Erwachsenen in Deutschland - ganz unabhängig vom aktuellen Skandal um Gifteier. Im Schnitt isst ein Mensch in Deutschland weniger als ein Ei am Tag (0,64 Ei pro Tag in 2016; Quelle: Statista 2017).

Wer den gesundheitlichen Richtwert überschreitet, muss aber nicht unter Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Schweißausbrüche leiden. Nicht zwangsläufig führe eine Überschreitung der 0,009 mg/kg Fipronil im Körper zu einer konkreten Gesundheitsgefährdung, heißt es seitens des BfR.

Welche Beschwerden auftreten können

Im Tierversuch an Ratten, Mäusen, Hunden und Kaninchen wirke Fipronil toxisch auf das Nervensystem, so das BfR. Darüber hinaus wurden toxische Lebereffekte in Ratten und Mäusen beobachtet. "Der Stoff ist aber nicht als haut- oder augenreizend eingestuft und verursacht keine allergischen Hautreaktionen", schreibt das BfR auf seiner Website. Es sei weder krebserregend noch löse es Mutationen aus.

Stand: 04.08.2017, 17:52