Alzheimer und Früherkennung

Demenz - Gedächtnistraining

Alzheimer und Früherkennung

Von Christina Sartori

  • Welt-Alzheimertag am 21. September
  • Veränderungen im Gehirn beginnen schon Jahre bevor man etwas merkt
  • Früherkennung ist nur in Ausnahmen möglich
  • Lebensstil beeinflusst Alzheimer-Risiko

Viele Menschen fürchten, später an Alzheimer zu erkranken und dadurch am Ende nicht mehr selbstbestimmt Leben zu können. An Verfahren zur Früherkennung wird geforscht und einige werden in besonderen Fällen schon eingesetzt. Doch wie sinnvoll ist die Früherkennung?

Ein Umbruch in der Alzheimer-Forschung

Alzheimer entsteht durch Ablagerungen im Gehirn, die dazu führen, dass Nervenzellen absterben. Heute weiß man: Dieser Prozess beginnt schon 10 bis 20 Jahre bevor die Vergesslichkeit zunimmt. "Wir stehen an einem revolutionären Umbruch in der Alzheimer-Forschung", sagt Prof. Frank Jessen vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen. "Bisher erkannte man Alzheimer erst an den Symptomen." Doch nun sei es zunehmend möglich, schon früher festzustellen, dass jemand an Alzheimer erkrankt ist. Bisher jedoch nur selten mit absoluter Gewissheit.

Eine sichere Diagnose durch einen Gentest

Bei Menschen ohne Beschwerden kann nur in seltenen Fällen mit Sicherheit die Diagnose Alzheimer gestellt werden. Nämlich nur dann, wenn bestimmte genetische Veränderungen die Ursache sind, die von den Eltern an ihre Kinder vererbt werden. Dies betrifft etwa 1 Prozent der Alzheimer-Fälle. Ein Gentest kann bei ihnen die spätere Erkrankung vorhersagen, die meistens schon früher als üblich auftritt.

Methoden der Früherkennung

Die Hirnaufnahme aus einer Positronen-Emissions-Tomographie.

Das rechte Gehirn ist gesund, das linke gehört einem Alzheimer-Patienten

In den meisten Fällen ist eine Früherkennung aber nur sinnvoll, wenn sich schon erste Beschwerden zeigen. Dann müssen mehrere verschiedene Verfahren zusammen ausgewertet werden: Im Nervenwasser kann die Menge bestimmter Eiweiße bestimmt werden. Bildgebende Verfahren zeigen wie aktiv die verschiedenen Regionen des Gehirns sind und eine Befragung des Patienten hilft dem Arzt festzustellen, wie groß die Beeinträchtigung schon ist. Doch erst die Kombination aller Ergebnisse durch einen erfahrenen Arzt kann eine relativ sichere Diagnose ergeben. "Das sollten nur Ärzte machen, die sich damit sehr gut auskennen", betont Experte. "Das ist nichts für die breite Versorgung."

Wie sinnvoll ist die Früherkennung von Alzheimer?

Derzeit gibt es keine Medikamente, mit denen Alzheimer geheilt werden kann - und das wird sich nach Meinung von Frank Jessen so bald auch nicht ändern: "Die Heilung einer Alzheimer Krankheit wird wohl niemand von uns mehr erleben", schätzt er. Doch eine Verzögerung der Krankheit wird in einigen Jahren möglich sein, da ist er sich sicher. Und damit wird die Früherkennung von Alzheimer Bedeutung gewinnen. "Das ist ein wichtiger Aspekt der Früherkennung".

Was hilft gegen Alzheimer?

Neben Wirkstoffen, die derzeit von Forschern getestet werden, deuten mehrere Studien darauf hin, dass auch der Lebensstil eine Rolle spielt: Viel Bewegung senkt das Risiko für Alzheimer und viel Übergewicht erhöht es. Auch die Bildung scheint einen positiven Effekt auf eine Alzheimer-Erkrankung zu haben.

Stand: 21.09.2017, 06:00