Kraniche verzichten auf Langstreckenflug

Kraniche verzichten auf Langstreckenflug

Von Andreas Sträter

Eigentlich sind sie Frühlingsboten. Doch in diesem Jahr kehren die ersten Kraniche schon im Winter in ihre Brutgebiete zurück. Sie waren vermutlich nie weit weg. Denn je milder die Temperaturen sind, desto weniger lohnt sich der weite Flug in den Süden.

Graukranich (Grus grus)

Ungewöhnlich früh kehren die ersten Kraniche in diesem Jahr nach Deutschland zurück. Erst vor drei Wochen hatten sich die letzten Kraniche in ihr Winterquartier in Richtung Frankreich aufgemacht. Doch von einem Quartier auf Dauer kann tatsächlich kaum die Rede sein, denn schon am Sonntag (31.01.2016) berichtete der Naturschutzbund (NABU) Aachen von ersten Tieren, die wieder über der nördlichen Eifel gesichtet wurden. "Die Tiere merken, dass die Winter kürzer werden", sagte Claus Mayr, Vorsitzender des NABU-Stadtverbandes Aachen, dem WDR. In diesem Jahr sind die Kraniche zwei Wochen früher dran als noch im Jahr 2015. "Anfang der 90-er Jahren wurden die ersten Tiere erst um den 10. März herum beobachtet", sagt Mayr.

Ungewöhnlich früh kehren die ersten Kraniche in diesem Jahr nach Deutschland zurück. Erst vor drei Wochen hatten sich die letzten Kraniche in ihr Winterquartier in Richtung Frankreich aufgemacht. Doch von einem Quartier auf Dauer kann tatsächlich kaum die Rede sein, denn schon am Sonntag (31.01.2016) berichtete der Naturschutzbund (NABU) Aachen von ersten Tieren, die wieder über der nördlichen Eifel gesichtet wurden. "Die Tiere merken, dass die Winter kürzer werden", sagte Claus Mayr, Vorsitzender des NABU-Stadtverbandes Aachen, dem WDR. In diesem Jahr sind die Kraniche zwei Wochen früher dran als noch im Jahr 2015. "Anfang der 90-er Jahren wurden die ersten Tiere erst um den 10. März herum beobachtet", sagt Mayr.

Sollte der Winter in den nächsten Wochen noch einmal Frost und Kälte bringen, dann hätte sich der Rückzug für die frühen Heimkehrer nicht gelohnt. Denn Futter ist dann schwer zu finden - und auch den Kranichen können die Minusgrade schlichtweg zu kalt sein. Als große Vögel frieren sie zwar nicht so leicht, aber sie würden innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder in mildere, südlichere Gegenden ausweichen. "Insgesamt zehren zwei mal 500 Kilometer aber immer noch weniger an den Kräften der Kraniche als einmal 3.000", sagt NABU-Biologin Königs.

Für den frühen Rückflug nach Deutschland gibt es einen weiteren Vorteil. "Im Frühjahr sind diese Kraniche die ersten vor Ort, die sich auf die Suche nach dem besten Brutplatz begeben können", sagt Königs. "Dafür setzt dieser Teil der Kranich-Population auf mehr Risiko."

Kraniche seien wie alle Vogelarten clevere Tiere, sagt Mayr. Sie spüren nicht nur an der Windrichtung, dass das Wetter in Nordeuropa wärmer wird. Auch ihre Taktik beim Fliegen ist ausgefeilt: Um bei ihrem Flug Energie zu sparen, fliegen die Kraniche in ihrer typischen V- oder Keil-Formation. Das erste Tier sorgt dabei für die Orientierung, die anderen Vögel folgen.

Auf ihrem Rückflug in die Brutreviere überqueren die Vögel einen rund 150 Kilometer breiten Korridor, so die NABU. Ausgehend von der Champagne in Frankreich führe der Weg der Kraniche über Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bis nach Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Kraniche, deren Flügelspannweite bis zu 2,20 Meter betragen kann, lassen sich aufgrund ihrer Größe vom Boden aus besonders gut erkennen. Die grau gefiederten Vögel werden bis zu 1,20 Meter groß. Besonders markant ist ihr schwarz-weißer Kopf.

Stand: 02.02.2016, 09:00 Uhr