Die unsichtbare Gefahr

Archiv: Ein Stueck einer verlegfertig verkleideten Kohlenmonoxid-Pipeline liegt in Hilden an einer Baustelle des Chemiekonzerns Bayer

Kohlenmonoxid

Die unsichtbare Gefahr

Von Alexandra Hostert

Eine Kohlenmonoxid-Leitung zwischen den Bayerwerken in Dormagen und Leverkusen macht Bürgerinitiativen Sorgen. Denn Kohlenmonoxid ist ein tückisches Gas: Es ist farb- und geruchslos - und wer es einatmet, wird schon bei kleinen Konzentrationen bewusstlos.

Feuerwehrleute kennen die Gefahren durch Kohlenmonoxid genau: Es entsteht, wenn Kohlenstoffverbindungen unvollständig verbrennen – selbst wenn das Essen auf dem Herd verbrennt. Auch defekte Heizthermen in Wohnungen sind eine mögliche Quelle: Werden diese nicht richtig gewartet und die Luftzufuhr stimmt nicht, kann Kohlenmonoxid frei werden. Abgase von Benzinmotoren enthalten den Stoff ebenfalls.

Winzige Konzentrationen – hohes Risiko

Weil das Gas selbst farb- und geruchlos ist, ist die Gefahr durch Kohlenmonoxid oft schwer zu erkennen. Deshalb tragen Rettungskräfte Warngeräte gegen das Gas mit sich, auch für Wohnungen gibt es Warnmelder. Kohlenmonoxid ist bereits in sehr kleinen Konzentrationen giftig: Schon ab Konzentrationen von 60 ppm muss eine Wohnung, in der Kohlenmonoxid austritt, dringend gelüftet werden. Ppm bedeutet „Parts per Million“, also Teile in einer Million. Ab einer Konzentration von 500 ppm ist Kohlenmonoxid akut gefährlich: Übelkeit, Erbrechen, Bewusstlosigkeit sind die Folgen. Die Vergiftung führt schlimmstenfalls zum Tod durch Atemlähmung und Herzversagen.

Kohlenmonoxid verdrängt Sauerstoff

Das Gas ist deshalb so giftig, weil es die Versorgung des Menschen mit Sauerstoff verhindert. Es bindet sich an den roten Blutfarbstoff, das Hämoglobin, das Sauerstoff in unserem Körper transportiert. Weil Kohlenmonoxid sehr viel besser an den Farbstoff bindet als Sauerstoff, führt es schnell zu Sauerstoffmangel.

Gefährlich, aber für die Industrie nützlich

Für die Industrie ist Kohlenmonoxid ein wichtiger Rohstoff. Es wird für viele verschiedene chemische Herstellungsprozesse benutzt, zum Beispiel in der Metallherstellung oder für Kunststoffe. In Leverkusen werden zum Beispiel Kunststoffteile für Autos oder Kühlschränke damit hergestellt.

Stand: 19.01.2016, 14:17