Hepatitis-Erkrankungen im Überblick

ARCHIV - In einem Impfpass wird auf eine Impfung gegen Hepatitis A hingewiesen, aufgenommen am 25.02.2015

Hepatitis-Erkrankungen im Überblick

  • Fünf Hepatitis-Erreger sind bekannt
  • Oft werden Symptome nicht wahrgenommen
  • Überblick über Hepatitis A bis E

Etwa eine Million Menschen in Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Leberstiftung an einer chronischen Hepatitis B oder C. In vielen Fällen wissen sie nichts von ihrer Krankheit. Denn die ersten Anzeichen wie Abgeschlagenheit oder Fieber werden oft einer Grippe zugeordnet.

Häufig werden auch gar keine Symptome bemerkt. Als Folge der chronischen Infektion könne es dann zu schweren Krankheitsverläufen, wie Leberzirrhose und Leberkrebs kommen.

Hepatitis A

Diese Form der Leberentzündung wird durch Hepatitis-A-Viren verursacht und tritt häufig in Ländern mit geringen Hygienestandards auf. Sie wird darum auch als "Reisehepathitis" bezeichnet. "Vorsicht ist geboten bei Reisen nach Afrika, in weite Teile Asiens, aber auch in einige Mittelmehrländer, insbesondere der Türkei", sagt Mirko Faber vom Robert-Koch-Institut (RKI).

Die Übertragung erfolgt über belastetes Trinkwasser und verunreinigte Lebensmittel. "Das Abkochen von Leitungswasser oder die Verwendung von Mineralwasser, der Verzicht auf Eiswürfel in Getränken und das vollständige Garen von Speisen sind unbedingt anzuraten", empfiehlt Faber. Spezielle Medikamente gegen Hepatitis A gibt es nicht. Vor einer Reise in gefährdete Länder sollte man sich impfen lassen.

Hepatitis B

Hepatitis-B-Viren sind hochgradig ansteckend und können bei Sexualkontakten oder durch den Kontakt mit infiziertem Blut übertragen werden. Eine infizierte Mutter kann das Virus auch auf ihr Neugeborenes übertragen. Es können grippeähnliche Symptome wie Fieber oder auch Übelkeit bis zu einer Gelbfärbung der Haut auftreten.

ARCHIV - Impfung gegen Hepatitis B (2004)

Die Schutzimpfung vor Hepatitis A und B wird empfohlen

Oft gibt es aber auch bei der chronischen Verlaufsform keine Symptome, bis sich eine Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickelt. Bei einer chronischen Hepatitis B werden Medikamente zur Hemmung des Virus verabreicht. Gegen diese Hepatitis-Form gibt es eine Schutzimpfung, die auch vom RKI empfohlen wird.

Hepatitis C

Die Leberentzündung über Hepatitis-C-Viren entsteht über infiziertes Blut, das in die Blutbahn oder Schleimhäute eines gesunden Menschen eindringt. Infektionsquellen waren vor 1990 besonders Bluttransfusionen mit infiziertem Blut, so Markus Cornberg von der Deutschen Leberstiftung. Heute besteht diese Gefahr nicht mehr, da jedes Blutprodukt auf Hepatitis-C-Viren getestet wird.

Gefährdet sind auch Drogenabhängige, die sich ihr Besteck mit anderen teilen. Gegen Hepatitis C gibt es keine Impfung. Allerdings gibt es durch Kombinationstherapien verschiedener Medikamente mittlerweile die Chance, Hepatitis C vollständig zu heilen, so Cornberg.

Hepatitis D

Das Hepatitis-D-Virus ist ein unvollständiges Virus und benötigt zur Vermehrung die Hülle des Hepatitis-B-Virus. Es kann also begleitend zur Hepatitis B auftreten und dessen Krankheitsverlauf weiter verschlimmern. Das Risiko für Leberzirrhose und Leberkrebs steigt. Schutz bietet eine Impfung gegen Hepatitis B.

Hepatitis E

Hepatitis E ist die häufigste akute Hepatitis in vielen Ländern Asiens und Afrikas. Vergleichbar mit Hepatitis A wird auch Hepatitis E durch verunreinigtes Trinkwasser oder belastete Lebensmittel übertragen. Die Infektion heilt in der Regel ohne Folgen von selbst aus und wird nicht chronisch.

In Deutschland kann eine Infektion mit Hepatitis E besonders durch nicht durchgegartes Schweine- und Wildfleisch erfolgen, heißt es von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Die Zahl der Hepatitis-E-Diagnosen in Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch Instituts gestiegen. Allerdings liege das offenbar an einer verbesserten Diagnostik und einer höheren Sensibilität der Mediziner.

Stand: 28.07.2017, 15:00