Der Kölner Dom in Virtual Reality

Der Kölner Dom – wie ihr ihn noch nicht erlebt habt

Der Kölner Dom in Virtual Reality

Den Kölner Dom kann man jetzt in Virtual Reality entdecken: Auf den wichtigsten Plattformen gibt es eine App (WDR 360 VR), mit der man auf eine spannende Reise gehen kann: der Dom im 360 Grad Rundumblick.

Das sind die Highlights

Virtual Reality bringt uns an Orte, an die wir sonst nicht kämen. Ein Privatkonzert des Domchors bei Nacht, ein Flug zu Orgelmusik, Flanieren zwischen aussortierten Steinstatuen und Beichtstühlen – ein jahrhundertealtes Wahrzeichen trifft in diesem Projekt auf High-Tech.

Zum Beispiel in unserer Zeitreise: Den Dom nach dem Zweiten Weltkrieg kennt mancher vielleicht noch von Fotos. Aber wie sah es in früheren Jahrhunderten aus? Wir haben gemeinsam mit Archäologen und Experten für Computersimulation die Zeit zurückgedreht – man reist durch die Jahrhunderte. Mitten auf die "Baustelle" Dom im Mittelalter – oder in eine Zeit, in der dort noch reiche Römer residierten.

Das ist zu sehen

Es ist das bislang größte VR-Projekt des WDR. Möglich ist ein Rundgang durch den Dom mit Hilfe der "Photogrammetrie". Durch eine Kombination aus 360°-Fotografie und millimetergenauer 3D-Laservermessung kann man sich nicht nur im Dom umschauen, sondern auch frei bewegen. So können selbst diejenigen den Dom begehen, die tausende Kilometer entfernt sind. Allerdings ist für diesen virtuellen Gang eine besondere VR-Brille nötig, die "HTC Vive". Mit einer Einschränkung tut es auch die "Oculus Rift".

Und das gibt's auch noch

Der WDR produziert schon seit langer Zeit Hörspiele mit Surround-Ton. Also in einem Tonformat, bei dem nicht nur zwischen links und rechts unterschieden wird, sondern auch zwischen vorne und hinten. Für unsere VR-Inhalte haben wir mit diesem Raumklang viel experimentiert. Er macht die 360°-Welt noch eindrucksvoller.

Der Kölner Dom in 360° - WDR-Jounalist Stefan Domke berichtet

WDR 3 Resonanzen | 11.04.2017 | 05:45 Min.

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Das Dom-360°-Projekt

WDR 5 Scala - aktuelle Kultur | 10.04.2017 | 05:32 Min.

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Das kann passieren

Die 360°-Kamera sieht alles. Das klingt zunächst trivial, aber vom Fernsehen sind wir gewohnt, dass das Team sich hinter der Kamera verschanzt und nur in einer Blickrichtung keine Technik zu sehen sein darf. Bei 360°-Aufnahmen ist das anders: Alles, was stören könnte, muss aus dem Bild. Und auch das Team muss sich verstecken. Für den Kameramann ist 360° ein Blindflug. Leider haben wir diesen oder jenen Kollegen in unseren Aufnahmen erst entdeckt, als wir uns die Videos später im WDR auf einem großen Monitor angesehen haben.

Das darf eigentlich nicht passieren

360°-Videos werden oft mit kleinen "Actionkameras" produziert. Sechs davon werden in ein Gestell gepackt und filmen dann in alle Richtungen. Das funktioniert bei gutem Wetter und genügend Licht ganz gut. Im Kölner Dom kann es allerdings sehr dunkel sein.

Nach ersten Tests war klar: Wir brauchen eine andere Lösung. Nachdem wir diverse Kameramodelle erfolglos durchprobiert hatten, blieb nur noch eine sehr spezielle Lösung übrig: Fünf sehr lichtstarke Spiegelreflexkameras in einem speziell konstruierten Metallgestell. Die Bildqualität dieser Lösung ist sehr gut, aber sie ist auch sehr fragil und fehleranfällig. Mehrfach haben uns Kameraprobleme einen eigentlich guten Take kaputt gemacht.

Mal hatte sich während des Drehs eines der fünf manuell justierten Objektive verstellt – mal gab's ein Problem mit einer der Speicherkarten: Die Dateien waren unbrauchbar, was sich aber leider erst nach dem Dreh herausgestellt hatte. Und wenn eine Kamera ausfällt, lässt sich aus dem Material kein 360°-Video mehr erzeugen.

Stand: 10.04.2017, 15:14