Science-O-Mat - der Wahlhelfer für Wissenschaftsthemen

Ein Wahlzettel für die Bundestagswahl liegt in Berlin in einer Wahlkabine

Science-O-Mat - der Wahlhelfer für Wissenschaftsthemen

Von Susanne Schnabel

  • Erstmals ein digitaler Wahlhelfer zu Wissenschaftsthemen
  • Science-O-Mat vergleicht Parteipositionen zu wissenschaftlichen Fragen
  • 15 Thesen zu Themen wie Dieselfahrzeugen oder Embryonenforschung

Wer seine Wahlentscheidung von Themen wie Gentechnik, Tierversuchen und Maserimpfung abhängig machen will, kann sich jetzt beim Science-O-Mat informieren. Die Macher haben bei sieben Parteien 15 konkrete Thesen mit Wissenschaftsbezug abgefragt. Dabei geht es um Themen wie Forschung an menschlichen Embryonen oder Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung.

 Sceenshot vom "Science-O-Mat"

Der Science-O-Mat ist online

Der Science-O-Mat befasst sich aber auch mit heftig diskutierten Thesen von Organisationen wie der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP). Außerdem der Ansicht des Informationsnetzwerks Homöopathie (INH): "Eine verpflichtende Masernimpfung für Kinder und Erwachsene sollte eingeführt werden" oder "Die Erstattung von homöopathischen Behandlungen durch die gesetzlichen Krankenkassen soll untersagt werden".

Alle großen Parteien haben mitgemacht - außer der AfD

Die sechs großen Parteien Bündnis90/Grünen, CDU/CSU, Die Linke, FDP, Piraten und SPD haben sich bei dem Science-O-Mat beteiligt; die AfD hat trotz mehrfacher Anfragen keine Antworten geliefert. Das Tool funktioniert ähnlich wie der bekannte Wahl-O-Mat. Antworten kann der Nutzer mit "Stimme zu", "Neutral", "Stimme nicht zu", Fragen können auch übersprungen werden. Am Ende der Befragung zeigt der Science-O-Mat eine Übersicht der Positionen der an der Umfrage beteiligter Parteien.

"Unser Leben basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen"

 Etwa viertausend Menschen nehmen an der Demonstration "March for Science" in Berlin teil (2017)

Etwa viertausend Menschen waren beim "March for Science" in Berlin

Der Science-O-Mat ist im Umfeld der Aktivitäten zum Berliner "March for Science" entstanden. Ehrenamtliche Aktivisten haben den digitalen Wahlhelfer erstellt.

Ihre Motivation schildern sie auf ihrer Internetseite: "Unser Leben basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Nicht immer ist uns das bewusst. Zunehmend aber verlangt schon der wissenschaftliche Erkenntnisprozess an sich und nicht erst sein möglicher Nutzen für die Gesellschaft klare Positionen und Entscheidungen – von uns als Individuen, aber auch von der Politik."

Stand: 13.09.2017, 11:00