Chemie-Nobelpreis: Was die Forschung der Menschheit bringt

Jacques Dubochet, Joachim Frank, Richard Henderson

Chemie-Nobelpreis: Was die Forschung der Menschheit bringt

Den Chemie-Nobelpreis gibt es in diesem Jahr für die Weiterentwicklung des Elektronenmikroskops. Aber was ist das eigentlich? Und warum musste man es weiterentwickeln?

Was bringt es den Menschen?

Dazu ein Vergleich: Wenn ein Uhrmacher eine Uhr repariert, dann braucht er dazu eine Lupe. Sonst könnte er die kleinen Einzelteile, an denen er da herumwerkelt, gar nicht richtig erkennen - geschweige denn richtig zusammensetzen. Ein ähnliches Werkzeug ist die Kryo-Elektromikroskopie. Sie hilft Wissenschaftlern ganz unterschiedlicher Fachgebiete, Moleküle zu beobachten und ihre Funktionsweise verstehen zu können. So wurde beispielsweise ein Bild des Zika-Virus erstellt, das nun dabei helfen kann, Angriffspunkte am Virus zu identifizieren. Auch das Video unten zeigt einen Vorgang, der nur mit dem Kryo-Elektronenmikroskop so genau aufgeklärt werden konnte: Ein Bakterium spritzt sein Gift in eine Zelle ein.

Das nachfolgende Video wurde am Max-Planck-Institut Dortmund in der Abteilung von Prof. Stefan Raunser erstellt:

Warum bekommen die Wissenschaftler den Preis gerade in diesem Jahr?

Das ist eine gute Frage. So richtig funktioniert das Kryo-Elektronenmikroskop schon seit ein paar Jahren. Es war also langsam an der Zeit. Trotzdem hatten viele in diesem Jahr eher mit CRISP/CAS gerechnet, einem Werkzeug, mit der die Veränderung und Umgestaltung von Genen so einfach ist wie nie zuvor. Eventuell hat das Nobelpreiskomitee dies jedoch zurück gestellt, da es andauernde Streitigkeiten um das Patent dieses Werkzeuges gibt.

Ach übrigens:

Das modernste Kryo-Elektronenmikroskop der Welt steht bei uns in NRW - am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund.
Außerdem kommt Joachim Frank gebürtig aus dem Siegerland. Der Nobelpreis ist also zumindest zum Teil sehr nordrhein-westfälisch.

Stand: 04.10.2017, 15:55