Wildschwein verwüstet Glaserei

Scherben und Blut auf dem Boden

Hemeraner Betrieb voller Trümmer

Wildschwein verwüstet Glaserei

Von Lisa Bühren

Ein 50 Kilo schweres Wildschwein drückt am Montagnachmittag (04.01.2016) die Eingangstür einer Glaserei in Hemer auf. Drinnen gerät das Tier in Panik, wütet durch die Räume, schneidet sich an Glasscherben, wird noch wütender. Die Mitarbeiter können sich unverletzt retten. Aber der Betrieb ist von Trümmern übersät.

Der Schreck sitzt Glaserei-Besitzer Horst Bührmann noch in den Knochen. Er und sein Geselle waren gerade dabei, eine Glasplatte zu schneiden, als die Tür zum Betrieb aufging. Herein kam aber kein Kunde, sondern ein Wildschwein, eine Bache. "Ich sagte noch zu dem Gesellen, warte mal kurz, da kommt ein Kunde herein", erzählt Bührmann. "Dann hab ich um die Ecke geguckt und habe einem Wildschwein ins Gesicht gesehen."

Tier wütet, schneidet sich, wütet noch mehr

Horst Bührmann

Glaserei-Besitzer Bührmann

Bührmann schrie "Raus!" und rannte mit seinem Gesellen nach draußen, in die Sicherheit. Dort riefen sie die Polizei. Und hörten, wie drinnen das Tier wütete. Das Wildschwein raste durch den Eingangsbereich mit dem Ausstellungsraum, durch verschiedene andere Räume und die Werkstatt. Überall ging Glas zu Bruch, das Tier verletzte sich. Die Polizei habe dann mehrere Jäger und einen Landwirt gerufen, berichtet Bührmann.

Aber auch die insgesamt fünf Jäger trauten sich erst nicht hinein. Zunächst mussten sie überlegen, wie sie am besten vorgehen. "So ein Tier in Todesangst und schwer verletzt tritt die Flucht nach vorne an und kann gefährlich werden", sagt Felix Keune, einer der Jäger vor Ort. Als die Jäger und der Landwirt schließlich nach vier Stunden nach dem Schwein sahen, hatte sich das Tier auf eine Treppe geschleppt und war wegen seiner Schnittverletzungen sehr erschöpft. Deshalb entschlossen sich die Jäger nun, das Tier zu töten.

Unkosten noch nicht abzusehen

Glastüre und Flur blutverschmiert

"Die Bilder vergisst man nicht"

Horst Bührmann hat eine unruhige Nacht hinter sich, er hat schlecht geschlafen. "Ich habe dem Tier mehrmals in die Augen gesehen und beobachtet, wie es im Ausstellungsraum rumlief. Diese Bilder vergisst man nicht so schnell." Wie hoch der Schaden ist, kann er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Vielleicht liegen sie im vierstelligen Bereich, schätzt er. Aber noch weiß er nicht, wie viel tatsächlich zu Bruch gegangen ist.

Stand: 05.01.2016, 12:19