31 Jahre unschuldig in Haft?

Deutsche Gesetze mit Gerichtshammer

Verurteilter wieder auf freiem Fuß

31 Jahre unschuldig in Haft?

Nach dem Mord an einem Siebenjährigen 1985 in Essen wird der Prozess gegen einen damals verurteilten 21-Jährigen neu aufgerollt. Sein Verteidiger hatte aufgrund eines Geständnisses einer anderen Person die Wiederaufnahme verlangt.

Das Geständnis des anderen Mannes war bereits im Jahr 1997 aufgetaucht. Eine Wiederaufnahme des Falls wurde damals abgelehnt, weil es den prüfenden Richtern nicht stichhaltig genug erschien. 2013 beantragte ein neuer Anwalt des Verurteilten die Wiederaufnahme. Zunächst lehnte das dafür zuständige Dortmunder Gericht den Antrag ab. Vor einem Jahr wies dann das Oberlandesgericht Hamm die Dortmunder Richter an, eine Wiederaufnahme zu prüfen. Der inzwischen über 50 Jahre alte Verurteilte wurde jetzt aus dem Maßregelvollzug entlassen, wie das Landgericht Dortmund am Dienstag (02.02.2016) mitteilte.

Mord im Schellenberger Wald

Dem Verurteilten war vorgeworfen worden, am 22. April 1985 einen siebenjährigen Jungen von einem Spielplatz entführt und in einem Waldstück ermordet zu haben. Der Junge war im Schellenberger Wald in Essen erwürgt aufgefunden worden. Der damals 21-jährige Mann hatte die Tat zunächst auch zugegeben, sein Geständnis dann aber in der Hauptverhandlung vor dem Landgericht Essen widerrufen. Die damaligen Richter hatten entschieden, dass er in einer forensischen Klinik unterzubringen sei. Dort war der inzwischen über 50-Jährige bis heute untergebracht.

Über eine Verurteilung muss nun in einer neuen Hauptverhandlung entschieden werden. Ein Termin für die Wiederaufnahme steht noch nicht fest.

Stand: 02.02.2016, 18:12

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