Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder

Von Benjamin Esche

Während manche Menschen noch auf Geschenke-Suche sind, schlürfen die anderen schon entspannt Glühwein. Manche entfliehen sogar dem Weihnachtsstress und verreisen. Wieder andere müssen arbeiten. Ein Stimmungsbild.

Umfrage Weihnachtscountdown

Viele Menschen flüchten vom Flughafen Düsseldorf aus vor dem Weihnachtstrubel in wärmere Gefilde – oder wie Anne Klatt sogar in kältere. Die 25-Jährige arbeitet über die Feiertage als Reiseleiterin auf einem Schiff in Norwegen. "Die Tour geht an der norwegischen Küste entlang", erzählt sie. Doch ganz ausgefallen ist Weihnachten bei der Kölnerin nicht: Geschenke gab es schon vor der Abreise. "Sie ist ja auch nicht aus der Welt", sagt Bruder Alexander, der sie zum Flughafen gebracht hat.

Viele Menschen flüchten vom Flughafen Düsseldorf aus vor dem Weihnachtstrubel in wärmere Gefilde – oder wie Anne Klatt sogar in kältere. Die 25-Jährige arbeitet über die Feiertage als Reiseleiterin auf einem Schiff in Norwegen. "Die Tour geht an der norwegischen Küste entlang", erzählt sie. Doch ganz ausgefallen ist Weihnachten bei der Kölnerin nicht: Geschenke gab es schon vor der Abreise. "Sie ist ja auch nicht aus der Welt", sagt Bruder Alexander, der sie zum Flughafen gebracht hat.

Hilde Kestler aus Neuss hat es nicht ganz so weit. Sie besucht ihre Enkelin in München und feiert mit ihr Heiligabend. "Am 27. Dezember bin ich aber schon wieder da", erzählt sie. "Dann feiere ich mit der restlichen Familie." In den Weihnachtsferien werden am Düsseldorfer Flughafen insgesamt rund 688.000 Passagiere erwartet, teilt ein Flughafensprecher dem WDR mit. "Das sind mehr Menschen, als in den Weihnachtsferien des vergangenen Jahres", so der Sprecher weiter. Die Fluggesellschaften planen in dieser Zeit etwa 6.000 Starts und Landungen.

Für Familie Fischer aus Wuppertal geht es über Weihnachten und Silvester nach Südafrika. Der fünfjährige Ben und die neunjährige Mia fliegen zum ersten Mal so eine lange Strecke. "Wir wollen einfach mal dem Weihnachtsstress entfliehen", sagt Mutter Nicole. Die Bescherung wurde extra vorgezogen, damit die Koffer nicht so vollgestopft sind. Insgesamt gab es am Dienstag (22.12.2015) nach Angaben des Flughafen-Sprechers in Düsseldorf 415 Starts und Landungen mit insgesamt rund 47.000 Passagieren.

"Wir müssen einfach mal raus", sagen Heidi Koch-Mayer und ihr Mann Hans aus Rheine. Darum geht es nun zwei Wochen nach Mauritius. "Leider müssen wir dieses Jahr Weihnachten ohne unser Enkelkind feiern", sagt Hans Mayer. Doch die Vorfreude auf die Reise ist groß. Die beliebtesten Reiseziele über Weihnachten auf der Fernstrecke sind nach Angaben des Flughafens Düsseldorf in diesem Jahr Florida und die Vereinigten Arabischen Emirate. Auf der Mittelstrecke sind speziell Antalya in der Türkei und die Kanarischen Inseln beliebt. Trendige Städteziele sind unter anderem Barcelona und Istanbul. New York ist dazu noch ein Klassiker.

Eine besondere Reise steht Ljubica Kusch aus Düsseldorf bevor: Sie fliegt über Weihnachten zu ihrer Tochter nach Paris. "Meine Tochter lebt und arbeitet dort und ich möchte über die Feiertage bei ihr sein", sagt sie. Die Terroranschläge seien sehr schlimm gewesen, aber ihrer Tochter sei zum Glück nichts passiert. "Ich habe keine Angst vor weiteren Anschlägen", sagt die Düsseldorferin.

Auch mit dem Auto machen sich viele Menschen in diesen Tagen auf in den Weihnachtsurlaub. Familie Schröder aus Krefeld ist auf dem Weg nach Berlin und hat einen Stopp an der Autobahnraststätte in Bottrop eingelegt. "In Berlin trifft sich die ganze Familie", sagt Vater Christoph. "Und das Heiligabend-Menü wird wie immer finnisch", ergänzt Mutter Jaana, die finnische Wurzeln hat. Die Kinder Johanna (rechts), Paulina und Felix freuen sich besonders auf die Geschenke.

Einen Zwischenstopp an der Autobahnraststätte hat auch Tim aus Mannheim eingelegt. Mit seiner französischen Frau und der zweieinhalbjährigen Tochter ist er unterwegs zu seinen Eltern. "Die wohnen in Geeste in Norddeutschland", sagt er. "Da bleiben wir dann bis zum 3. Januar und feiern gemütlich."

Der Hauptbahnhof in Essen ist der Startpunkt für die Reise von Annika und Jörg aus Vreden. "Es sind sogar unsere Flitterwochen", sagt Annika und Jörg ergänzt: "Es geht zwei Wochen nach Thailand." Die beiden hatten im Oktober geheiratet und haben erst jetzt Zeit für ihre Hochzeitsreise. "Für unsere Familien ist es aber in Ordnung, dass wir an Heiligabend nicht zuhause sind", versichert Annika. Beide feiern zum ersten Mal ohne die Familie Weihnachten.

Die einen fahren weg, die anderen kommen an: Laura und Tobi sind aus ihren Studienstädten Köln und Karlsruhe am Essener Hauptbahnhof eingetroffen. Laura zieht es weiter zu ihrer Familie nach Marl, für Tobi geht es nach Gelsenkirchen. Die Weihnachtsgeschenke haben beide noch nicht alle zusammen. "Tobi braucht noch dringend ein Geschenk", erzählt Laura. "Da müssen wir noch mal los."

Viele Menschen in den Innenstädten und Einkaufszentren in NRW haben auch nur eines im Sinn: Schnell noch die letzten Geschenke kaufen. Für Brigitte (links) und Bärbel aus Wanne-Eickel ist das kein Thema mehr. "Wir haben schon alle Weihnachtsgeschenke zusammen", sagt Brigitte stolz. Und so langsam gesellt sich auch die Weihnachtsstimmung dazu. "Der Essener Weihnachtsmarkt mit seinen tollen Lichtern ist ja besonders schön", schwärmt Brigitte. Auch das milde Wetter stört die beiden nicht. "Hauptsache kein Schneematsch", sagt Bärbel und lacht.

Angelina aus Essen hat mal eben alle Geschenke in einem Rutsch gekauft "Ich habe Spielzeug für meine Tochter und einen Bilderrahmen für meine Mutter gefunden", sagt sie. Ihr Tipp für Geschenke auf den letzten Drücker: "Ein bedrucktes T-Shirt oder eine Tasse." Das sei sehr persönlich und komme bestimmt gut an.

Wer für die Kinder noch nostalgisches Spielzeug sucht, kann bei Karin Thiergang und ihrem Sohn Nando fündig werden. Die beiden Schausteller betreiben eine kleine Bude auf dem Essener Weihnachtsmarkt. "Mein Tipp sind die Ballerina-Spieluhr für Mädchen und die fliegende Untertasse für Jungen", sagt Karin Thiergang. "Oder ein klassischer Kreisel", ergänzt Nando. Durch Computerspiele und Smartphones sei die Feinmotorik bei Kindern heutzutage verloren gegangen, glauben die Spielzeugverkäufer.

Gute Stimmung herrscht am Glühweinstand von Astrid (links) und Stefanie. Und das, obwohl das Wetter immer noch zu mild für die Jahreszeit ist. Das schlägt sich auch im Verkauf von Glühwein nieder. "Der November war richtig schlecht", gesteht Astrid. "Wir verkaufen mittlerweile mehr Kaltgetränke." Die Glühweinverkäuferinnen müssen noch alle Weihnachtsgeschenke kaufen. Bisher blieb dafür keine Zeit. Das sei aber kein Problem. "Ich gehe an Heiligabend noch los, da ist es schön leer in der Stadt" sagt Astrid und lacht. "Da sind dann nur noch die Männer unterwegs, die schnell noch Parfüm für ihre Frau kaufen wollen."

Stand: 23.12.2015, 06:00 Uhr