Videobeobachtung in Aachen geplant

in Mast mit Videokameras zur Überwachung eines Platzes in Schönefeld (Brandenburg)

Videobeobachtung in Aachen geplant

Von Thomas Wenkert

Nach den sexuellen Übergriffen zu Silvester will NRW-Innenminister Ralf Jäger zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einführen. Dabei ist die Aufstockung der Videobeobachtung geplant und mehr Polizisten sollen in den Streifendienst. Darüber berät jetzt das rot-grüne Landeskabinett.

Mehrere Polizeibehörden haben nach Aussage des Innenministeriums Interesse an einer Videobeobachtung bekundet. Darunter auch das Polizeipräsidium Aachen. Solche Videoanlagen dürfen aber nur dort genehmigt werden, wo Kriminalitätsschwerpunkte liegen. Großkontrollen der Aachener Polizei in den vergangenen Monaten haben gezeigt, dass dies an vielen Stellen der Innenstadt der Fall ist.

Polizei prüft mögliche Standorte

Einsätze der Polizei gegen die steigende Straßenkriminalität, aber auch bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Rockergruppen, gab es in Aachen unter anderem am Hansemannplatz, am Bushof oder rund um den Elisenbrunnen. Diese Standorte würden sich für eine Videobeobachtung anbieten, allerdings werden momentan aber auch noch weitere Standorte geprüf, so eine Polizeisprecherin. Laut NRW-Innenministerium haben acht Städte Interesse an der Einführung der Videobeobachtung. Rund elf Millionen Euro will das Land dafür bereitstellen.

Aachen hat Erfahrung mit Videobeobachtung

Der im klassizistischen Stil erbaute Aachener Elisenbrunnen.

Am Aachener Elisenbrunnen gab es zwischen 2008 und 2010 bereits eine Videobeobachtung

Videobeobachtung zur Bekämpfung von Kriminalität – damit hat die Polizei in Aachen schon Erfahrung. Zwischen 2008 und 2010 hatte es am Elisenbrunnen eine Videoüberwachung gegeben. Das Ergebnis war positiv: Die Zahl der Straftaten ging spürbar zurück. daraufhin wurden die Kameras wieder abmontiert. Die Richtlinien für eine solche Videobeobachtung sind sehr streng. Immer wieder muss eine Überprüfung stattfinden, ob eine solche Überwachung überhaupt notwendig ist. Denn es muss sich bei den Standorten für die Kameras um so genannte Kriminalitätsschwerpunkte handeln.

Mehr Polizisten auf Streife

Zwei Polizisten auf Streife.

Die Polizeipräsenz soll laut Innenminister verstärkt werden

Um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu erhöhen, will Innenminister Jäger auch mehr Polizeibeamte auf Streife schicken. Landesweit sollen 500 Polizisten, die derzeit mit Verwaltungsarbeiten beschäftigt sind, durch Angestellte ersetzt werden. Stattdessen sollen die Beamten in so genannten Brennpunkt-Bereichen wieder auf Streife gehen, Präsenz zeigen. Ob Aachen von dieser Art der Aufstockung profitiert, ist aber noch nicht klar.

Stand: 17.02.2016, 14:58

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