Naschen ohne Kalorien und Karies

Zuckeralternative: Erythrit

Naschen ohne Kalorien und Karies

Von Maike Busse

Zuviel Zucker macht dick und fördert Karies. Auf der Kölner Süßwarenmesse locken deshalb vermehrt Süßigkeiten mit der Zuckeralternative Erythrit. Man kann mit dem Zuckerersatz aber auch den Kaffee süßen und Kuchen backen. Naschen ohne Reue?

Erythrit hat keine Kalorien, schont die Zähne, beeinflusst nicht den Blutzuckerspiegel und soll auch noch gut schmecken. Erythrit – auch Erythritol genannt - ist ein Zuckeralkohol, der zum Beispiel in Beeren, Weintrauben, Birnen oder Mais vorkommt. Seit 2006 ist es in Deutschland für Lebensmittel zugelassen. Pures Erythrit kann man neuerdings nicht nur im Internet kaufen, sondern auch im Drogeriemarkt. Der Haken: Es ist teuer. Ein Kilo kostet zurzeit noch mehr als zehn Euro, etwa zehnmal so viel wie Haushaltszucker.

Herstellung

Dass Erythrit so teuer ist, liegt an den enormen Herstellungskosten. Das Verfahren ist vergleichbar mit Gärungsprozessen von Wein oder Bier (Fermentation). Ursprungsprodukt ist meistens Mais. Aus der Maisstärke wird zuerst Glukosesirup hergestellt. Eine spezielle Hefepilzkultur verstoffwechselt die Glukose zu Erythrit und weiteren Nebenprodukten. Diese müssen voneinander getrennt werden. Damit das übrig gebliebene Erythrit später wie Zuckerkristalle aussieht, wird es getrocknet. Für den feinen Puderzucker kommen die Kristalle in eine Mühle. Wissenschaftler arbeiten aber bereits an Methoden, Erythrit günstiger herzustellen.

Geschmack

Erythrit besitzt 30 Prozent weniger Süßkraft als Zucker. Einige Hersteller mischen Erythrit deshalb mit einem geringen Anteil von Stevia. Erythrit pur schmeckt so ähnlich wie Traubenzucker. Es hinterlässt also einen leicht kühlenden Effekt im Mund. Das kommt daher, dass das Erythrit Energie braucht, um sich im Speichel aufzulösen. Diese Wärme entzieht es der Zunge – dadurch fühlt sie sich kühl an.

Erythrit Produkte

Auf der Kölner Süßwarenmesse locken vermehrt Süßigkeiten mit der Zuckeralternative Erythrit.

Verträglichkeit

Andere Zuckeralternativen wie Xylit sind in Verruf geraten, weil sie Blähungen oder Durchfall verursachen. Erythrit wird zu mehr als 90 Prozent im Dünndarm absorbiert und unverändert wieder ausgeschieden. Es soll daher besser verträglich sein. In Deutschland gilt dennoch für alle Zuckeralkohole eine allgemeine Deklarierungspflicht. Deshalb muss auf der Verpackung stehen, dass sie bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.

Bei Diabetikern beeinflusst Erythrit weder den Blutzuckerspiegel noch das Insulinniveau. Im nordeuropäischen Raum empfehlen Ärzte deshalb ihren zuckerkranken Patienten bereits Erythrit als alternatives Süßungsmittel. Für Kinder unter drei Jahren liegen jedoch noch keine ausreichenden Studien zur Verträglichkeit vor.

Anwendung

Man kann Zucker meist einfach gegen Erythrit austauschen, zum Beispiel zum Süßen von Tee und Kaffee oder auch in Marmeladen. Wegen der geringeren Süße ersetzt man 100 Gramm Zucker am besten mit 130 Gramm Erythrit. Es kann problemlos erhitzt werden, deshalb eignet es sich auch gut zum Kochen und Backen. Allerdings lösen sich die Erythrit-Kristalle nicht so gut auf wie Zuckerkristalle. Deshalb nimmt man zum Backen besser den spezielle Erythrit-Puderzucker. Im Internet findet sich auch brauner Zuckerersatz aus Erythrit.

 Erythrit

Man kann Zucker meist einfach gegen Erythrit austauschen, zum Beispiel zum Süßen von Tee und Kaffee.

Stand: 03.02.2016, 09:43