Den passenden Yoga-Stil finden

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Den passenden Yoga-Stil finden

Von Birgit Eger

Sport ist gut, Entspannung auch – Körper und Seele in Einklang bringen: noch besser. Das verspricht Yoga. Nie gab es so viele Aktive. Nach einer Umfrage des BDY (Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland) interessieren sich knapp 16 Millionen Menschen für Yoga, das heißt, sie praktizieren es oder haben vor, in Kürze damit zu beginnen. Doch der Einstieg ist gar nicht so leicht, denn die Auswahl ist riesig: Fitness-Studios bieten unterschiedliche Kurse an, immer neue Yoga-Schulen sprießen aus dem Boden.

Die grobe Richtung

Wer nach einer körperbetonten, eher sportlichen Variante sucht und für den weniger das Spirituelle im Vordergrund steht, der ist bei allen Formen des sogenannten Hatha-Yoga gut aufgehoben. Zum Hatha-Yoga gehören neben den gymnastischen Übungen natürlich auch Atemübungen und meditative Elemente. Hatha-Yoga ist der Oberbegriff für alle körperbetonten Yoga-Formen. Die zurzeit populärsten Schulen, die sich jeweils nach einem indischen Meister richten sind: Ashtanga-, Vini- und Iyengar-Yoga.

Exotische und modische Varianten

Yoga ist inzwischen ein Milliarden-Geschäft, deshalb tauchen immer wieder neue Formen auf, mit dem Ziel, eine Marktlücke zu erobern. Aus den USA kommen zum Beispiel Stile, die sich einzelne Lehrer haben rechtlich schützen lassen. Im Franchise-Verfahren werden diese Richtungen dann weltweit verbreitet.

Auch in Deutschland werden immer wieder neue Formen angeboten. Zum Beispiel solche, die mit bekannten Sportarten  kombiniert werden wie Acrobatik und Yoga zu Acro-Yoga oder Pilates und Yoga zu Yogalates und ähnliches.

Auch Yoga-Schulen, die bestimmte (medizinische) Funktionen erfüllen sollen, sind angesagt. Zum Beispiel Hormon-Yoga für die Wechseljahre. Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit gibt es dazu aber nicht.

Aus Sicht von Hardy Fürch, Vorstand des Berufsverbandes BDY, reicht eine gute Praxis der klassischen Formen des Hatha-Yoga vom Prinzip her aus, um das Ziel zu erreichen: Körper und Seele in eine Balance zu bringen und zur Ruhe zu kommen.

Welcher Stil passt zu mir?

Das Yoga-Ziel ist mehr als nur Sport zu machen. Natürlich gehört körperliche Fitness dazu, aber eben auch ein "Zur-Ruhe-kommen" des Geistes, sich zu konzentrieren auf das "Jetzt" und damit eine persönliche Ausgeglichenheit zu finden. Deshalb kann man keine generellen Aussagen machen, nach dem Motto: Für diesen Typ ist diese oder jene Yoga-Form die richtige! Welche Schule passend ist, wo sich der Übende wohl fühlt, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab, von der Vermittlungsqualität des Lehrenden und von der Frage, ob die Chemie zwischen Lehrer und Schüler stimmt.

Grenzen und Risiken

Wie in jeder Sportart ist die Grenze die eigene Leistungsfähigkeit. Es geht nicht um Akrobatik, sondern um das Zusammenspiel zwischen Körper, Atmung und Gedanken. Wer körperliche oder psychische Probleme hat, sollte vorher mit seinem Arzt sprechen, ob Yoga das Richtige ist. Außerdem sollten die Lehrenden gut ausgebildet sein und erkennen können, wie sie den Schülern am besten helfen.

Auswahl des Studios oder des Lehrenden

Der Begriff des Yogalehrers ist nicht geschützt, deshalb ist auch die angebotene Qualität sehr unterschiedlich. Zwei Tipps, wie man gute Studios bzw. Lehrende erkennt:

- Den Lehrer nach seiner Ausbildung fragen

Zum Beispiel ist eine Ausbildung oder Anerkennung durch den größten Berufsverband, BDY, ein Qualitätskriterium, denn die Ausbildung ist sehr umfangreich und weltanschaulich unabhängig.

- Die Anerkennung durch die Krankenkasse

In solchen Fällen kann man davon ausgehen, dass die Lehrenden gut ausgebildet sind und der Kurs gesundheitsfördernd ist. Viele Krankenkassen haben Yoga-Kurse in ihr Präventionsprogramm aufgenommen und sie zahlen einen Zuschuss zu den Kursgebühren. Ob der gewünschte Kurs anerkannt wird, muss man jeweils bei seiner Kasse nachfragen.

Stand: 12.02.2016, 09:01