Zuschuss zur Miete: Mehr Geld

Blick auf Hochhäuser.

Zuschuss zur Miete

Zuschuss zur Miete: Mehr Geld

Von Lars Krupp

Das neue Jahr beginnt mit einer guten Nachricht. Rund 900.000 Haushalte sollen nämlich bundesweit mehr Geld bekommen. Der Grund ist eine Reform des Wohngelds. Das steigt um durchschnittlich fast 40 Prozent.

Ganz vereinfacht für jeden Haushalt, der nicht so viel Geld hat. In Zahlen sind das zwischen 855 und 2460 Euro Brutto-Einkommen pro Monat. Das ist jetzt eine ganz schöne Spannbreite. Wie viel man nämlich maximal verdienen darf, um Wohngeld zu bekommen, hängt von drei Sachen ab: Vom Ort. Von der Zahl der Leute die in einem Haushalt wohnen. Und davon was die Leute machen, ob sie zum Beispiel Rentner sind oder arbeiten gehen. Außerdem spielt die Höhe der Miete eine Rolle. Als ich mir die Werte angeschaut hab, hab ich gedacht, dass mehr Leute Wohngeld bekommen könnten, als sie denken. Das Wohngeld gibt’s nämlich nicht nur für Mieter, sondern auch für Leute, die eine Wohnung oder ein Haus besitzen.

Was bekomme ich denn im Monat?

Auf jeden Fall mehr, als in den letzten Jahren. Das ist nämlich der Kern der Reform. Weil  Mieten und Nebenkosten gestiegen sind, ist das Wohngeld um durchschnittlich 39 Prozent angehoben worden. Wie viel das in Euro ausgedrückt bedeutet, kann ich aber pauschal nicht sagen. Das hängt nämlich wieder vom Ort und vom Einkommen ab. Außerdem gibt es einige Sonderregeln. Alleinerziehende profitieren aber auf jeden Fall von der Reform. Ich habe ein Beispiel für Essen durchgerechnet. Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, die 1.400 Euro im Monat verdient bekommt jetzt 87 Euro mehr Wohngeld pro Monat. Das sind 1044 Euro im Jahr.

Ein Antrag für Wohnungsgeld.

Die Erhöhung ist aber das eine, das andere ist, dass es jetzt auch Zuschüsse für Wohnungen gibt, die früher als zu teuer galten. Die Bundesregierung schätzt, dass rund 320.000 Haushalte in diesem Jahr zum ersten Mal einen Anspruch auf Wohngeld haben.

Also sollte ich jetzt auf jeden Fall einen Antrag stellen?

Gedacht ist der Zuschuss für Leute, die ein geringes Einkommen haben. Wenn ich jetzt wissen, will ob ich Wohngeld bekomme, gibt es einen ganz guten Rechner im Internet vom NRW-Bauministerium. Dafür brauche ich aber jede Menge Angaben aus meinem Mietvertrag und aus meiner Steuererklärung. Wenn der Online-Rechner sagt, dass ich Wohngeld bekommen könnte, ist das Sozialamt in meinem Ort oder in meiner Stadt für mich zuständig. Sparen kann ich mir die Mühe übrigens, wenn meine Wohnung schon vom Amt bezahlt wird oder ich theoretisch BAföG bekommen könnte.

Online-Rechner prüft Anspruch

Bei der Durchsicht der Tabellen fällt auf, dass wohl mehr Menschen Wohngeld bekommen könnten. Der Anspruch auf Wohngeld lässt sich bequem über einen Online-Rechner prüfen. Dieser kostet aber Zeit, weil umfangreiche Angaben aus Steuererklärung und Mietvertrag gebraucht werden. Wer keinen Internetzugang hat, kann sich auch bei der Stadt beraten lassen. Sparen kann sich die Mühe, wer theoretisch BAföG bekommen könnte oder bereits einen Zuschuss zu seiner Wohnung vom Amt bekommt.

Stand: 29.12.2015, 14:41