Balkon für Genießer

Balkon für Genießer

Von Anja Koenzen

Den Balkon zur Wohlfühl-Oase machen: mit duftenden Pflanzen, essbaren Blüten und frischen Kräutern kein Problem. Gehen Sie es an und bepflanzen Sie Ihren Balkon nach unseren Tipps.

Platzsparender aromatischer Kräuterturm

Wer Kräuter liebt aber nur wenig Platz auf dem Balkon hat, für den ist ein Kräuterturm ideal. Der besteht aus mehreren unterschiedlich großen Töpfen und der persönlichen Kräuterauswahl. Das Abflussloch des größten Topfes  mit einem Stein oder einer Scherbe bedecken, dann bis zur Hälfte mit Kräutererde auffüllen. Jetzt den zweitgrößten Topf hinein stellen – möglichst nah an den Rand und in diesen den nächst kleineren.

In den untersten Topf kommen Pflanzen, die eher Feuchtigkeit mögen und nicht ganz so sonnenexponiert stehen müssen. Z.B. Schnittlauch, Petersilie und Bohnenkraut, Minze und Rucola. Minzen sind allerdings extrem wüchsig. Wer sie zusammen mit anderen Kräutern in einen Topf setzt, muss damit rechnen, dass die Minze mit der Zeit die anderen Pflanzen verdrängt. In den höheren Zonen fühlen sich Kräuter wohl, die lieber trocken und sonnig stehen wollen. Z.B. Rosmarin, Lavendel, Thymian und Salbei.

Das Bild zeigt Kräuter und Chilipflanzen auf dem Balkon.

Kräuterpflanzen sowie Naschobst und Gemüse kann man auch auf dem Balkon anbauen.

Duft- und Teekräuter

Die Zitronenverbene (Aloysia citriodora) ist als Genießerpflanze auf dem Balkon sehr zu empfehlen. Ihre hocharomatischen Blätter duften intensiv zitronig, eignen sich für erfrischende Tees als auch zur Aromatisierung von Süßspeisen. In Frankreich wird die Pflanze "Verveine" genannt. Meist verliert die Pflanze im Dezember das Laub. Die Blätter behalten auch nach Trocknung das schöne Aroma.

Die Pflanze stammt aus Südamerika und wurde im 18. Jahrhundert nach Europa gebracht. Sie ist nicht ausgesprochen winterhart, man kann sie aber an einem dunklen kühlen Ort überwintern (perfekt ist eine Temperatur zwischen 4 und 10 Grad).

Das Currykraut (Helichrysum italicum) ist in Europa im Mittelmeerraum heimisch und wird dort auch Immortelle, also unsterbliches Kraut, genannt. Bei Hitze oder auch nach Regen duftet es besonders stark würzig nach der Gewürzmischung Curry. In der Küche sollte es sparsam verwendet werden, da das Aroma auch ein wenig bitter schmecken kann. 

Die immergrüne Pflanze liebt trockene sonnige Standorte - somit ist sie ideal für einen Südbalkon. Die gelben Blüten behalten auch in getrocknetem Zustand ihre Farbe. Es sollte jährlich bei Austriebsbeginn im Frühjahr um 1/3 herunter geschnitten werden, um die Pflanze zu verjüngen. Als mediterrane Pflanze ist das Currykraut meist nicht so winterhart, kann aber in einer ungeheizten Garage oder im kühlen Treppenhaus gut überwintert werden.

Der Bronzefenchel ist eine besonders dekorative Pflanze mit ihren filigranen Blättern. Man kann sie sparsam verwendet auch zum Salat geben. Fenchel duftet prima und seine Samen ergeben den Magen-beruhigenden Fenchetee.

Fenchel ist meistens nur zweijährig, man kann ihn aber gut aus den Samen ziehen. Er liebt sonnige Standorte. Damit er im Balkonkasten nicht zu hoch wird, kann man ihn bis Mitte Mai einmal kräftig zurückschneiden.

Essbare Blüten

Hornveilchen, Ringelblumen, Kapuzinerkresse - all diese Blumen kann man essen, wenn man sei selbst angebaut hat. Bei gekauften Pflanzen sollte man nachfragen, ob die Pflanzen mit Pestiziden oder Fungiziden behandelt wurden.

Die Hornveilchen kann man, auch wenn sie behandelt wurden, kaufen, denn sie sind mehrjährig und können in diesem Fall im nächsten Jahr genossen werden. Es gibt sie in den verschiedensten Farben. Man kann sie aber auch selbst bis Ende September aussäen. Die perfekte Keimzeit ist 15-18 Grad. Viele Sorten duften.

Naschobst auf dem Balkon

Es gibt im Handel viele Beerensorten, die besonders für Balkone geeignet sind. Dazu gehören mehrfach tragende Erdbeeren oder auch eher klein bleibende Himbeeren und Brombeeren. Alle wollen möglichst sonnig stehen und sind für eine ausreichende Bewässerung dankbar. Die besten Pflanzzeiten sind der Herbst und das Frühjahr.

Wichtig ist ein ausreichend großer Pflanzbehälter. Der Kübel sollte mindestens doppelt so tief und breit sein wie das jeweilige Ballenmaß der Pflanze. Ein Pflanzendünger für Beerenobst sollte gerade bei der Haltung im Topf von Frühjahr bis zum Spätsommer gegeben werden.

Tipps zur Balkon-Bewässerung

Auf einem Südbalkon trocknen Pflanzen bei praller Sonne sehr schnell aus. Gerade im Sommer muss für eine ausreichende Bewässerung gesorgt werden. Damit man nicht täglich gießen muss, hier einige Tipps:

Immer mehr Balkonkästen verfügen über ein großes Wasserreservoir. Diese kosten zwar mehr als Kästen ohne Speicher, allerdings lohnt sich die Anschaffung langfristig. Es gibt verschiedene Systeme, wie die Feuchtigkeit zu den Pflanzen gelangt. Eine davon sind Filzstreifen, die aus dem Erdkasten in den Wasserspeicher hineinragen und das Wasser nach oben zu den Pflanzen transportieren.

Eine andere Möglichkeit sind Tonkegel, die über einen kleinen Schlauch Wasser aus einem Speicher in die Pflanzerde leiten. Für größere Töpfe benötigt man mehrere solcher Kegel.

Das Bild zeigt eine Topfpflanze mit Kokosmatte.

Kokosmatten schützen vor Verdunstung und halten die Erde im Topf länger feucht.

Es gibt auch eine simple Möglichkeit, Kräuter wie beispielsweise das Basilikum, das ohnehin in wenigen Wochen meist abgeerntet wird, zu bewässern: Ritzen Sie mit einem scharfen Messer den Boden des Plastiktopfes ein und stecken Sie in diesen Schlitz einen Filzstreifen. Einen größeren Übertopf mit Wasser befüllen. Den Kräutertopf in den größeren Übertopf auf zwei kleine Steine o.ä. so stellen, so dass das Kraut nicht direkt Staunässe hat, der Filzstreifen jedoch ins Wasser reicht.

Kokosmatten halten die Topferde länger feucht, da sie vor Verdunstung schützen. Außerdem verhindern sie eine Ausbreitung von Unkraut.

Stand: 13.06.2017, 12:00