Die Pracht der Sommerblumen

Die Pracht der Sommerblumen

Die Pracht der Sommerblumen

Von Sabine Krüger

Bunt sind noch die Beete – genießen wir es! Kurzlebige Sommerblüher, langlebige Stauden, blühende Sträucher und farbenfrohe Kübelpflanzen. Wir präsentieren Anregungen aus dem Botanischen Garten Münster, inklusive Pflegetipps.

Sommerblüten – Klassiker und Neuheiten

Schön, dass es Botanische Gärten gibt! Hier können auch Pflanzenfreunde ohne Garten in Blüten schwelgen. Und diejenigen mit, holen sich hier Inspiration. Im Botanischen Garten Münster präsentiert Matthias Evels Klassiker und Neuheiten.

Gärtnermeister  Matthias Evels

Gärtnermeister Matthias Evels ist im Botanischen Garten Münster für das Freiland zuständig. 60 Pflanzenfreunden stellt er bei seiner Führung die sommerlichen Highlights vor, darunter die Neuzüchtung einer rosafarbenen Schwarzäugige Susanne der Sorte "Arizona Rose Sensation". Die habe "eingeschlagen wie eine Bombe", schwärmt Evels: "In der Regel haben Neuzüchtungen immer Probleme, aber das ist jetzt wirklich mal gelungen!" In voller Sonne, geschützt vor Wind, blüht sie am besten.

Gärtnermeister Matthias Evels ist im Botanischen Garten Münster für das Freiland zuständig. 60 Pflanzenfreunden stellt er bei seiner Führung die sommerlichen Highlights vor, darunter die Neuzüchtung einer rosafarbenen Schwarzäugige Susanne der Sorte "Arizona Rose Sensation". Die habe "eingeschlagen wie eine Bombe", schwärmt Evels: "In der Regel haben Neuzüchtungen immer Probleme, aber das ist jetzt wirklich mal gelungen!" In voller Sonne, geschützt vor Wind, blüht sie am besten.

Schräg gegenüber wartet in einem Schmuckbeet am Gewächshaus die nächste Attraktion. Dieses Beet strotzt nur so von farbenfrohen Blüten. Am auffälligsten: Zwei Engelstrompeten. Vorne links die gezüchtete Sorte "Rosa Traum", rechts weiter hinten die Wild-Art "Brugmansia versicolor". Sie hat apricot-lachsfarbene Blüten, kommt ursprünglich aus den tropischen Regionen Ecuadors und braucht im Garten einen warmen, geschützten Standort.

Die eigentliche Sensation im Beet ist für Matthias Evels aber der Ziersalbei der Sorte "Amistad", der vor zwei Jahren auf den Markt gekommen ist. Der buschige Horst voller tief-violetter Blüten, ist heftig von Bienen und Hummeln umschwärmt. "So wie sie jetzt aussieht, sah sie auch vor ein paar Wochen aus und so wird sie auch im Oktober, November noch aussehen. Wir haben letztes Jahr alles andere abgeräumt, nur diesen Ziersalbei stehen lassen, weil wir es nicht übers Herz gebracht haben", so der Gärtnermeister.

Gegenüber, ebenfalls in voller Sonne, überrascht die zwei Meter hohe winterharte Fuchsie der Art "Fuchsia regia, subspezies reitzii" mit essbaren Früchten. "Lecker, süßlich", urteilt eine Rundgangsteilnehmerin. "So wie wir hier futtern, kriegen wir niemals ein Glas Marmelade zusammen", scherzt Evels. "Sie ist absolut winterhart und für Hobbygärtner, die Fuchsien mögen sehr zu empfehlen".

Die Kardinalslobelie, eine feuerrot blühende Staude ist hier leider nicht immer ganz winterhart. Matthias Evels empfiehlt Winterschutz in Form einer Laubdecke oder ein bisschen Reisig. Vermehren kann man die Staude im Frühjahr durch Teilung. Die Kardinalslobelie wird ungefähr 1,70 Meter hoch und sticht mit ihrer korallenroten Farbe sofort ins Auge.

Preisgekrönt ist die Dahlie der Sorte "Tartan". „Sie wurde bereits 1950 von einem Finnen gezüchtet. Letztes Jahr ist sie auf der Insel Mainau als Dahlien-Königin gewählt worden. Sie war schon mehrfach nominiert und hat mehrere zweite Plätze geholt. Ich finde sie ist eine sehr schöne, dekorative, zweifarbige Dahlie", schwärmt der Gärtnermeister.

Eine interessante Kübelpflanze ist der Rosen-Eibisch. Er ist leider nicht winterhart, aber leicht zu überwintern: "Sie können nach dem ersten Frost die Pflanze bis unten zurückschneiden und dann einfach den Topf in die Garage oder den Keller stellen. Sie treibt auf jeden Fall im nächsten Frühjahr wieder aus. Jetzt ist sie geschätzt 2,50 Meter hoch, die hat sie komplett in diesem Jahr gemacht", so Evels.

Dieser dekorativ bepflanzte Barfußpfad ist das Werk zweier Lehrlinge des Botanischen Gartens. Sie haben ihn geplant, gepflanzt und gepflegt. Außen wachsen Fächerblumen in blau und weiß, anschließend ein Kreis aus weißem Steinkraut, dann Studentenblumen in Gelb und Orange und in der Mitte Wandelröschen in Pink und Orange. Studentenblumen und Steinkraut sind einjährig, Fächerblume und Wandelröschen sind bei uns nicht winterhart.

An der rechten Seite des Barfußpfades schließt sich ein Blühstreifen an, aus einer Samenmischung mit niedrig-bleibenden Sommerblumen: Zinnien, Lein, kaliforni-schem Scheinmohn und der dreifarbigen Winde "Convolvulus tricolor". Letztere findet Matthias Evels besonders schön: "Sie windet eben nicht, sondern wächst eher aufrecht bis kriechend und blüht wunderschön - im Zentrum Gelb, dann von Weiß in Purpurblau übergehend".

Der Botanische Garten in Münster liegt hinter dem Schloss und ist täglich geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Die Pracht der Sommerblumen

WDR 4 Drinnen und Draußen | 26.08.2017 | 02:30 Min.

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Rundgang zu den Highlights

Auf seinem Rundgang zu den Sommerblühern im Botanischen Garten weist Gärtnermeister Matthias Evels unter anderem auf zwei Neuheiten hin, die es ihm besonders angetan haben: Die rosafarbene Schwarzäugige Susanne der Sorte "Arizona Rose Sensation" und den Ziersalbei "Amistad".

Die Schwarzäugige Susanne gab es bisher in Gelb und Orange. Die neugezüchtete Rosafarbene bleibt nach der Erfahrung von Matthias Evels stabil in der Farbe, verblasst also nicht. Beide Neuheiten überzeugen durch unerschöpfliche Blühfreude.

So vermehrt man mit Stecklingen

Der Ziersalbei lässt sich mit Stecklingen vermehren: Von der Mutterpflanze schneidet man einen etwa zehn Zentimeter langen Trieb ab und entfernt die unteren Blätter. An dieser Stelle sieht man eine Verdickung. "Das nennt man ‚Knoten‘. Kurz unter diesem Knoten ist die Bewurzelung immer am besten. Also den Trieb kurz darunter nochmals abschneiden und in feuchte Erde stecken. Ein Glas oder Mini-Gewächshaus drüber, für hohe Luftfeuchtigkeit, nicht in die direkte Sonne stellen und dann müsste der Trieb nach circa zwei Wochen bewurzelt sein", so der Gärtnermeister. Das Glas immer wieder heben, um Luft reinzulassen!

Bei Engelstrompeten auf das "Y" achten

"Eine Besonderheit bei Engelstrompeten ist, dass sie erst eine Weile in die Höhe wachsen und dann eine Ypsilon-Verzweigung machen. Erst nach dieser Verzweigung bildet sie Blüten", erklärt Evels. Deshalb sollte man Engelstrompeten nur bis kurz oberhalb der ersten Ypsilon-Verzweigung zurückschneiden. Die neuen Triebe bilden dann sofort wieder Blüten. Würde man drunter kappen, müsste die Pflanze erst wieder eine Weile wachsen, bis sie blühen könnte. "Stecklinge sollte man bei der Engelstrompete daher auch nur aus der Blühregion abnehmen", so Evels.

Gewusst wann: Stauden teilen

Wer seine Stauden im Garten durch Teilung vermehren möchte, sollte sich beim Zeitpunkt nach deren Blütezeit richten: "Diejenigen, die im Hochsommer oder Herbst blühen, werden in der Regel im Frühjahr geteilt. Diejenigen, die früh blühen, werden nach der Blüte im Sommer geteilt und neu verpflanzt, damit die Pflanze schon wieder für das nächste Frühjahr Reservestoffe sammeln und Knospen bilden kann", rät Matthias Evels.

Dahlien überwintern und auspflanzen

Dahlien sind Knollenpflanzen, die man zum Überwintern ausgraben muss. Der Gärtnermeister rät: "Wenn sie nach dem Frost runtergefroren sind, schneidet man sie ab, lässt aber ein paar Zentimeter über der Knolle stehen. Man macht die Knolle etwas sauber, schlägt sie in Holzmehl oder ein Sand-Erde-Gemisch ein und überwintert sie im Keller frostfrei. Schon Mitte April kann man sie, ohne Austrieb, auspflanzen. Das ist sogar besser, als wenn man sie vorzieht", so Evels. Dann wachse sie kompakter und gleichmäßiger aus dem Boden. Eventuelle Spätfröste übersteht sie dank der "schlafenden Augen" an der Knolle, aus denen sie wieder austreibt.

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Stand: 26.08.2017, 00:00