Service Garten - Natur und Skulptur - Kunst im Grünen

Bettina Thomassen

Service Garten - Natur und Skulptur - Kunst im Grünen

Gartenzwerge kommen bei ihr nicht ins Beet. Bei Bettina Thomassen stehen nur "echte" Kunstwerke im Garten. Handgemacht im eigenen Atelier. Die Künstlerin versucht, Natur und Skulptur zusammen zu bringen.

Gut einen Meter hoch ist die hellbraune Tonskulptur – eine Frau mit prallen Brüsten und einem Nest aus echten Ästen mit getöpferten, geflügelten Eiern auf dem Kopf. "Mutter Natur" heißt das Werk. Es ist nur ein Blickpunkt in dem 1.000 m² großen Landgarten in Lohmar. Überall hat die Künstlerin ihre selbstgeschaffenen Objekte aufgestellt – mal Gegenständliches oder Abstraktes.

Rostiger Fisch am Teich
Ein Fisch mit Füßen und rostigen Flossen aus alten Handsensen steht als Wächter in der Nähe des Gartenteichs. Oft haben die Skulpturen einen Bezug zum Ort, an dem sie sich befinden. Die 52 Jährige macht sich viele Gedanken, wie und wo sie ihre Kunst im Grünen am besten platziert. So auch bei einem Kopf aus Ton, den sie ganz bewusst mitten ins Staudenbeet auf den abgeschnittenen Stamm einer alten Tanne gesetzt hat. "Der Ruhende" ist bis zum Kopf mit Efeu berankt.

Getöpferte Kugeln im Beet
Neben Hortensienbüschen, die auf üppigem Laub lila Blütenkugeln zeigen, wachsen Bälle aus dunkelgrünem Buchsbaum. Dazwischen ragt eine Art Leuchtturm mit Kugeln aus Ton und Treibholzstücken in die Höhe. Die grün glasierten Tonkugeln passen gut zum Buchs. Der wird regelmäßig in Form gebracht. Während im Winter im Atelier neue Skulpturen geschaffen werden, geht es im Sommer mit der Schere ran ans Grün. Über 30 Buchsbaumkugeln in allen Größen sind im Garten verteilt. Selbst die Vögel sind vor der Künstlerin nicht sicher. Statt eines 08/15 Vogelhauses aus dem Gartenmarkt, hat sie für Meise & Co. eine individuelle Behausung gebaut - aus gewundenem Treibholz, dass sie am Flüsschen namens Agger selbst gesammelt hat.

Ein Torso am Apfelbaum
Aber nicht nur die Kunst soll den Garten prägen, betont Bettina Thomassen. Entscheidend sei eine ausgewogene Mischung aus Natur und Skulptur. Alles bilde eine Einheit - die Skulpturen und die Pflanzen. Eine besonders gelungene Verbindung gibt es an der Rückseite des Hauses zu sehen. Dort ragt ziemlich schräg der knorrige Stamm eines abgestorbenen Apfelbaums in die Höhe. An einem der Äste hängt ein Tontorso mit eingeritzten Blättern auf der Brust. Hinter den toten Baum hat Bettina Thomassen einen lebenden "Perückenstrauch" gesetzt, dessen dunkelrotes Laub mit den Blättern auf dem "Schaukeltorso" harmoniert. Auf der Wiese davor sind als Beet-Ersatz ein paar alte Zinkbadewannen aufgestellt - bepflanzt mit Storchenschnäbeln, Schmucklilien und Eisbegonien. So wird das Grün ein wenig erhöht zum Hingucker. Selbst alte verrostete Konservendosen werden als ‚künstlerische Gefäße‘ für Steingartenpflanzen genutzt. Ein bisschen verrückt sei ihr Kunstgarten schon, räumt Bettina Thomassen ein - eine Art "naturnahes Gesamtkunstwerk". Aber er sehe so aus, wie sie es sich immer erträumt hat. Und er werde von Jahr zu Jahr natürlich immer schöner.

Offene Gartenpforte
Bettina Thomassen öffnet ihren Kunstgarten jedes Jahr an den "Tagen der Offenen Gartenpforte" für interessierte Besucher. Termine bitte erfragen: Klausenweg 3 / 53797 Lohmar / 02205 – 90 15 22

Autor: Gereon Reymann

Redaktion: Detlef Reepen

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 10.05 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.