Service Garten - Lecker bunt – Blüten ernten und essen

Essbare Orchideenblueten

Service Garten - Lecker bunt – Blüten ernten und essen

In Sternerestaurants landen Blüten von Zucchini oder Kapuzinerkresse heute oft auf dem Teller – die bunte Deko aus der Natur darf natürlich mitgegessen werden. Die Kräuterpädagogin Celia Nentwig erntet Blüten im eigenen Garten.

Antipasti aus Nachtkerzen
Ein paar Dutzend Nachtkerzen blühen zurzeit im Solinger Landgarten. Die goldgelben Blüten öffnen sich erst am Abend, am nächsten Tag sind sie wieder verschlossen. Dann werden sie zum Geschmackserlebnis. Sie schmecken leicht nach Zitrone. Gut sehen sie im Sommersalat aus. Interessant sind auch die grünen, chiliartigen Samenstände. Eingelegt in Öl werden sie zu Antipasti.

Duftender Rosenessig
Intensiv im Aroma sind die Blüten der Duftrosen. Die weiße Stelle am Blütenblättchen wird abgeschnitten. Sie schmeckt bitter. Der Rest ist lecker. Aus Rosenblüten stellt die 53jährige einen Sirup her. Sie kocht sie in einer Zuckerlösung auf, lässt sie etwas ziehen und seit sie ab. Dann kommt der Sirup in die Flasche. Etwas Besonderes ist ein Rosenessig. Dafür werden ein Drittel Rosenblüten mit 2 Dritteln Essig vermischt. Das Ganze muss 2 Wochen stehen, bevor man es probieren kann.

Butter mit Lavendel
Aus den lila leuchtenden Blütenrispen des Lavendel entsteht in der Küche eine ungewöhnliche Butter. Dazu nimmt Celia Nentwig 2 Esslöffel von den kleinen Blüten und etwas Abrieb von einer Zitrone. Das wird in einen halben Klotz Butter geknetet. Am Ende kommt noch etwas Honig dazu und fertig ist die feine Butter.

Explosionen mit Dost und Minze
Dost oder wilder Majoran hat feine rosa Blüten, die Kelchblätter sind rot überlaufen. Die Blüten wachsen in einer lockeren Traube. Die Gärtnerin würzt mit den Blütenständen gern Limonaden. Man kann sie aber auch direkt am Beet in den Mund stecken. Dann hat man ein tolles, würziges Aroma. Wer will, kann das auch mit den Blütenkegeln der Minze probieren. Das gibt eine Minzgeschmacksexplosion im Mund. In den Blüten ist so viel ätherisches Öl, dass man wirklich Durchzug bekommt.

Mandeliges Mädesüß
Gut einen Meter hoch wuchert am Rand des Gartenteichs das Mädesüß. Die Blüten sind cremeweiß. Hält man die Nase hinein, riecht es ein wenig nach Mandel. Das feine Aroma nutzt Celia Nentwig, um Sahne zu veredeln. Dazu wird ein ganzer Blütenstand in Sahne aufgekocht. Panna Cotta mit Mädesüß-Sahne sei einfach köstlich, schwärmt die Blütenkennerin.

Creme in Kresse
Die orangenen Blüten der Kapuzinerkresse leuchten von weitem. Sie schmecken würzig, werden oft als essbare Deko auf dem Teller eingesetzt, von Celia Nentwig aber noch aufgepeppt. Sie setzt mitten in die 5 Blütenblättchen noch einen Tupfer Creme. Das kann eine Kräutercreme sein oder eine aus püriertem Räucherlachs.
Essen darf man natürlich immer nur Blüten, die man wirklich kennt, warnt die Blütenexpertin. Von giftigen wie Akelei, Eisenhut, Oleander und anderen muss man die Finger lassen - auch wenn sie noch so harmlos aussehen.

Exkursion mit der Blütenexpertin
Celia Nentwig bietet mehrmals im Jahr Wildpflanzen-Exkursionen an. Termine einfach erfragen: 0211 – 718 77 80

Buchtipps:
Celia Nentwig / Wildpflanzen – Genuss pur! / Bloom’s, 2017 / 24,90 €
Claudia Költringer / Essbare Blüten / BLV, 2015 / 16,99 €

Autor: Gereon Reymann
Redaktion: Detlef Reepen

Service Garten ist eine Rubrik der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort freitags zwischen 10.05 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.